02.03.2018 - 16:08 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Auszeichnung für Peter Pollinger und Doris Hofmann "Eigentlich haben alle Nominierten einen solchen Preis verdient"

Wenn die Oberpfalz einen Oscar zu vergeben hätte, wer würde ihn gewinnen? Diese Frage hat Oberpfalz-Medien vor einer Woche gestellt. Nun ist die Entscheidung gefallen. Die Trophäen gehen an Peter Pollinger und Doris Hofmann.

Peter Pollinger und Doris Hofmann freuen sich, dass ihr Engagement für die Oberpfälzer Kulturlandschaft belohnt wurde. Bilder: Meister (3)
von Eva Hinterberger Kontakt Profil

Peter Pollinger und Doris Hofmann sind überrascht. Keiner von beiden hätte damit gerechnet, die kleine goldene Trophäe zu gewinnen. "Ich habe es erst gar nicht geglaubt", beschreibt Hofmann den Moment, als sie am Telefon von ihrem zweiten Platz erfahren hat. Mit 42 von insgesamt 221 Stimmen erhält Hofmann den Preis für "die Beste Nebenrolle" in der Oberpfalz. Die "Beste Hauptrolle" geht an Peter Pollinger. Für ihn stimmten 67 Menschen ab. "Ich war sprachlos", sagt er nur. Beide freuen sich vor allem über die Auszeichnung, weil sie - nach eigenen Angaben - "eigentlich meist im Hintergrund sind". Deswegen widmen sie ihre Preise auch den Menschen, mit denen sie arbeiten.

"Ohne die Sänger und Schüler wäre ich nichts", begründet Pollinger diese Widmung. Das, was er heute sei, "haben die Kinder aus mir gemacht". Der gebürtige Schwandorfer ist Musiklehrer am Weidener Augustinus-Gymnasium und seit 1984 Leiter des Weidener Kammerchors.

Besonders geehrt fühlt sich Pollinger, weil seine Nominierung von Kathrin Anna Stahl kam. Die Schauspielerin war selbst einmal seine Schülerin. "Und das ist schon einige Zeit her." Der Musiklehrer freut sich, dass er so lange im Gedächtnis geblieben ist. "Weil er sich soooo engagiert und ambitioniert um seine Schüler kümmert und so viele für Musik und Theater begeistert", begründete Stahl die Nominierung.

Großes Engagement

"Es braucht immer Menschen, die einen anschieben. Die da sind, wenn einem selbst die Puste ausgeht", sagt auch Hofmann über ihre Kollegen und Teilnehmer an Theaterprojekten. Die gebürtige Nabburgerin ist seit 2010 beim Landestheater Oberpfalz. Sowohl als Schauspielerin auf der Bühne, als auch als Regisseurin und Theaterpädagogin im Hintergrund. Nominiert wurde Hofmann von Till Rickelt, dem künstlerischen Leiter des LTO. Seine Begründung: Ihre Vielseitigkeit und ihr großes Engagement für Theater in der Oberpfalz sei exemplarisch für die Kulturlandschaft der Oberpfalz.

Und obwohl sich Pollinger und Hofmann bei der Übergabe zum ersten Mal sehen, haben sie doch gemeinsame Schnittpunkte und sofort viel Gesprächsstoff. "Ich habe schon viel von Ihnen gehört", erzählt Hofmann.

Sie arbeite beim LTO immer wieder mit Kindern und Jugendlichen, die bei Pollinger im Chor singen. "Insofern sind wir da schon ein bisschen Konkurrenz", fährt sie schmunzelnd fort. "Wir schauen aber immer, dass es bei den Proben keine Überschneidungen gibt." Schließlich seien sowohl Chor als auch Theater eine gute Sache. Pollinger kennt das Problem ebenfalls. "Ich drücke auch einmal ein Auge zu, wenn jemand wegen einer Theaterprobe nicht in die Chorprobe kommen kann."

Viel Kultur in der Oberpfalz

Und auch in einem weiteren Punkt sind sich beide Preisträger einig: "Eigentlich haben alle Nominierten einen solchen Preis verdient", sagt Hofmann. Alle genannten würden sich sehr stark für die Kultur in der Oberpfalz einsetzen. "Die stellen hier alle wirklich was auf die Beine." Egal ob LTO, Sünde, Klein & Kunst oder die vielen anderen Kulturprojekte in der Region. Pollinger "mag, was hier alles entsteht". Das zeige, "das man in der 'Provinz' echt was gestalten kann".

Und auch Peter Pollinger und Doris Hofmann werden Kulturfreunden in diesem Jahr einiges bieten. Zwar stehen bei beiden in den kommenden Monaten vor allem Problem an, aber ab dem Sommer beziehungsweise Herbst geht es dann auch für die beiden wieder auf die Bühne: Hofmann spielt in "Die Geierwally" auf Burg Leuchtenberg. Außerdem führt sie bei "Harold und Maude" auf Burg Friedrichsburg Regie. Für Pollinger stehen das Sommerkonzert am Augustinus-Gymnasium sowie vier Konzerte mit dem Kammerchor an.

Die Abstimmung

Bei der Abstimmung für die Preisträger haben insgesamt 221 Personen aus der ganzen Region ihre Stimme abgegeben. Auf Platz eins wählten die Oberpfälzer mit 67 Stimmen den Musiklehrer und Leiter des Weidener Kammerchors, Peter Pollinger. Auf dem zweiten Platz landete mit 42 Stimmen Doris Hofmann. Sie ist Schauspielerin, Regisseurin und Theaterpädagogin am LTO. Den dritten Platz belegt der Autor Bernhard Setzwein mit 27 Stimmen. Nominiert waren neben Pollinger, Hofmann und Setzwein Christina Baumer, Das Sündikat, Dieter Lohr, der Jazz-Zirkel Weiden, Klein & Kunst - Kulturbühne Weiden, das Landestheater Oberpfalz (LTO), Wilhelm Koch - Luftmuseum Amberg, Winfried Steinl und Wolfgang Kamm. (ehi)

Ohne die Sänger und Schüler wäre ich nichts.Peter Pollinger
Es braucht immer Menschen, die einen anschieben. Die da sind, wenn einem selbst die Puste ausgeht.Doris Hofmann

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