15.07.2011 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Bunter Kreis" hat Betreuung der 100. Familie abgeschlossen - Frühgeborenen Zwillingen geht es ...: Eiliger Doppelstart ins Leben

von Viola Vogelsang-Reichl Kontakt Profil

Eigentlich wollte Valentina Schmid sich gerade auf den Weg in die FOS/BOS machen, als es ihre Zwillinge plötzlich eilig hatten, das Licht der Welt zu erblicken. "Die beiden wollten wohl Schule schwänzen", sagt Marina Frister von der Nachsorge der Kinderklinik augenzwinkernd.

Fröhliche Babys

Heute, fast sechs Wochen später, sind Lara-Marie und Nike richtige Wonneproppen - ausgeglichen und fröhlich. "Am Anfang waren sie so klein", sagt Mama Valentina Schmid rückblickend und deutet mit ihren Händen rund 40 Zentimeter an. Edith Bäumler vom Nachsorgeteam schlägt noch einmal in ihren Unterlagen nach: 1370 und 1720 Gramm brachten die Mädchen anfangs auf die Waage. Sie kamen im Januar in der 31. Schwangerschaftswoche zur Welt, also gut zwei Monate zu früh. An ihrem errechneten Geburtstermin im März durften sie nach Hause. In Störnstein wurde die junge Familie vom Nachsorgeteam des "Bunten Kreises" unterstützt.

Doch zunächst zurück ins Klinikum: "Es war schon schwierig, die Kinder nach der Geburt nicht bei sich im Zimmer zu haben und dann ohne sie heimzugehen", weiß Schmid. Schon im Krankenhaus stand ihr das interdisziplinäre Team des "Bunten Kreises" mit Rat und Tat zur Seite, bereitete alles für die Entlassung vor, half bei sozial-rechtlichen Fragen, bezog die 20-jährige Mutter von Anfang an mit ein. Sie durfte auf der Kinder-Intensivstation ihre Kleinen trotz Atem-Unterstützung mitversorgen, waschen, wickeln, Flasche geben.
Für die Abiturientin, deren Mutter und Oma ihr unter die Arme greifen, waren aber auch Beratung und Gespräche mit Frister und Bäumler sehr wichtig. Denn: "Man bekommt auch Bestätigung." Diese kommt auch vom Dr. Fritz Schneble. Der Chefarzt der Kinderklinik ist mit der Entwicklung von Nike und Lara-Marie sehr zufrieden.

In dieser Woche gab es gleich zwei Mal Auszeichnungen für die junge Zwillingsmama: Sie erhielt am Montag ihr Abiturzeugnis (13. Klasse FOS) und am Donnerstag einen Blumenstrauß vom "Bunten Kreis", weil mit ihr und den beiden Mädchen der 100. Fall der 2007 gegründeten Nachsorge abgeschlossen wurde.

30 Familien pro Jahr

Mittlerweile betreuen Mediziner, Kinderkrankenschwestern, Psychologen und Sozialpädagogen etwa 30 Familien pro Jahr, Tendenz steigend. Zum einen hat sich die sozialmedizinische Nachsorge als Kassenleistung etabliert und ist gesetzlich geregelt, zum anderen hat der "Bunte Kreis Nordoberpfalz" mittlerweile einfach mehr personelle Kapazitäten, freut sich Frister. Hintergrund

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