Coverbands der Spitzenklasse bei "Clones of Rock 2016"
Einfach perfekt

Die Stimmung tobt von Anfang an: "667 - The Neighbour of the Beast" aus Fulda, die nicht umsonst als beste "Iron Maiden"-Tribute-Band bezeichnet wird, begeisterten auch bei "Clones of Rock 2016" in der Mehrzweckhalle.
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
18.12.2016
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Wie Angus Young schlägt auch sein Clone von "AC/DX." als Schulbub in die Saiten. Da dürften selbst Lehrer nur Bestnoten verleihen.

Es ist eine symbolträchtige Geste, die Volki "Mc Angus" von "AC/DX." kurz vor 2 Uhr am Sonntagmorgen exemplarisch für "Clones of Rock 2016" (COR) zeigt. Entspannt auf dem Lautsprecher sitzend, streckt er unter dem Jubel des Publikums den Daumen in die Höhe - perfekt!

(lst) Bayerns größtes Tribute-Festival gehört einfach in die Weidener Mehrzweckhalle und nirgends anders hin. "Sie ist der passende Rahmen für solch ein Event", sagte Thomas Bauer, Chef des Rockmusikclubs "Salute", der mit seinem Team das "COR" auf die Beine gestellt hatte und sich über eine nahezu ausverkaufte Location freuen durfte.

Er hatte im Vorfeld des rund siebeneinhalbstündigen Konzertes mit vier Bands nicht zu viel versprochen: Das "COR 2016" sollte "neu, besser und anders" werden - was es auch wurde. Nach einem Jahr Pause, letztes Jahr fand das "COR" in etwas kleinerem Rahmen im evangelischen Vereinshaus statt, kehrte es heuer zu seinen Wurzeln zurück und präsentierte sich in neuem Glanz. Was an der Band-Auswahl lag, und daran, dass das "Salute"-Team das kulinarische Angebot sowie die Aufteilung der Verpflegungsstände verändert hatte, so dass die Besucher mehr Platz zum Abtanzen hatten.

Es war ein durchgeladenes Tribute-Festival, das sich unter die Kategorie "nationale Spitzenklasse" einordnen ließ. Alle vier Bands kamen dieses Jahr aus Deutschland. Schon um 19 Uhr war die Mehrzweckhalle proppenvoll: "We are Motörblast, we play Rock 'n' Roll!" hieß es, als die Band aus Siegen in die Saiten griff.

Die Setliste las sich wie eine "Greatest Hits Show". "Motörblast" zeigte eine fulminante Show. Das fing beim Outfit an - orientiert an den Originalen seit 1995, also Lemmy Kilmister (Bass/Gesang), Phil Campbell (Gitarre) und Mikkey Dee (Schlagzeug). Und war schon bei den Originalen der heuer verstorbene Lemmy Kilmister die Lichtgestalt, war das bei den "Klonen" nicht anders. Der unter dem Pseudonym "Dr. Ape" auftretende Frontmann sah Lemmy zum Verwechseln ähnlich, wenn hier auch mit Perücke etwas nachgeholfen wurde. Mit "Mr. René" (Leadgitarre) und "Dr. Overkill" (Drums) lieferte er auch musikalisch richtig gut ab.

Mindestens genauso bekannt in der Szene ist "667 - The Neighbour of the Beast" aus Fulda, die nicht umsonst als beste "Iron Maiden"-Tribute-Band bezeichnet wird. Schnell wurde klar: Diese Combo hatte "Iron Maiden" nicht nur gehört, sondern regelrecht studiert. Es stimmte einfach alles: Kleidung, Stage-Acting, Mimik. Klar, dass der Auftritt des "Iron Maiden"-Maskottchens "Eddie" bei "The number of the beast" nicht fehlen durfte, das Sänger Daniel dann auch an die Gurgel ging.

Über die "Böhsen Onkelz" und deren in der Öffentlichkeit oftmals vorgeworfenen neonazistischen Tendenzen wurde in den letzten Jahrzehnten viel diskutiert. Die Coverband "Stainless Steel" distanziert sich davon mit dem klaren Statement "Wir sind gegen Rassismus, Intoleranz, rechte und linke Gewalt". "Stainless Steel" präsentierte in Weiden den geradlinigen, harten, aber auch vielseitigen Deutsch-Rock der "Onkelz". Was in erster Linie daran lag, dass Sänger Christian Herbig stimmlich dem Original Kevin Russell in überhaupt Nichts nachstand.

Der Höhepunkt: "AC/DX."

Unvergesslich der "COR"-Höhepunkt mit "AC/DX.": Massimo "Bon Johnson", Ronny "Williams", Micha "Mc Malcolm", Volki "Mc Angus" und Dida "La Phil" hatten ein neues Setup und eine ordentlich durchgewürfelte Setlist im Gepäck. Klar, dass die "AC/DC"-Reißer "Back in black", "Hells bells", "TNT", "Thunderstruck" und "Whole lotta Rosie" - bei letzterem schwang eine überlebensgroße Rosie nicht nur ihre prallen Hüften - nicht fehlen durften.

Alles garniert mit einer Show, die selbst das australische Original nicht besser präsentiert. Denn wo sonst, als bei der Tribute-Band "AC/DX." wurden echte Kanonen zu "For those about to rock" abgefeuert und hämmerte Massimo "Bon Johnson" mit dem Hammer bei "Hells Bells" auf eine Glocke ein - Daumen hoch!
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