Crowdfunding als Budgetquelle: Der junge Weidener Filmemacher Josef Hallmann will mit drei ...
Virtuelle Spendenbüchse für die spannende "Abbitte eines Mörders"

Der aus Weiden stammende Josef Hallmann (20) fungiert als Produzent des Kurzfilms "Abbitte eines Mörders". Mit seinen drei Kollegen und der gemeinsamen Firma Unfourseen sammelt er Geld für das Projekt. Bild: hfz

Es ist ein schöner, sonniger Nachmittag. Der junge Pater betritt den Beichtstuhl, hört zu. Was der alte Mann namens Kapuze auf der anderen Seite erzählt, lässt dem Geistlichen das Blut gefrieren: Er gibt sich als gesuchter Mörder zu erkennen, der bereits eine Menge Menschenleben auf dem Gewissen hat. Seine Mission: die Welt vom "Übel" befreien. Am Ende kommt es zur Konfrontation zwischen den beiden Männern. So spannend liest sich die Handlung des Kurzfilms "Abbitte eines Mörders", der gute Chancen bei etlichen Festivals haben könnte. Dumm nur: Der Film muss erst noch gedreht werden. Und dafür braucht man Geld.

Produzent des kurzen Streifens, und damit auch verantwortlich für die Beschaffung des Budgets, ist der 20-jährige Josef Hallmann aus Weiden. Beim Studium der Medienwissenschaft und Medienpraxis an der Universität Bayreuth hat er durch gemeinsame Filmprojekte seine Kollegen Julian Cohn (21, Drehbuch und Regie), Anton Knoblach (21, Kameramann) und Florian Jochum (21, Kameraassistent) kennengelernt. Mit ihrer Produktionsfirma Unfourseen wollen sie "Abbitte eines Mörders" ab Ende August im Großraum Bayreuth drehen. Als Schauspieler wird bereits Olaf Krätke ("Wickie") gelistet, der den mysteriösen Kapuze spielen soll, Bernd Gnann ("Rommel") übernimmt den Part eines Kommissars, und Ludwig Blochberger ("Effi Briest") soll in die Rolle des Paters schlüpfen.

Abitur am Augustinus

Hallmann, der 2012 sein Abitur am Augustinus-Gymnasium in Weiden gemacht hat, entdeckte durch einen Lehrer seine Leidenschaft für Film: "Thomas Kreuzer nahm mich in die Technikgruppe der Schule auf, und so konnte ich alle wichtigen Grundlagen erlernen", berichtet der junge Filmemacher. Erste Erfahrungen sammelte er mit einem Dokumentarfilm über die Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit in Weiden und der Umgebung, den er mit anderen Schülern produzierte und der beim bayernweiten Geschichtswettbewerb "Erinnerungszeichen" gewann.

Das Drehbuch für den gemeinsamen Kurzfilm über einen Massenmörder auf der Suche nach Erlösung hat Julian Cohn bereits 2009 geschrieben - damals fehlte aber das Geld für die Umsetzung. Beim neuerlichen Anlauf, so Hallmann, setzt das Quartett auf Gelder aus der Filmförderung, um die sich die kleine Firma bereits bewirbt. Zusätzlich kommt aber auch das Konzept des sogenannten Crowdfunding ins Spiel, über das heute immer mehr Filmprojekte umgesetzt werden: Hier sickert das Geld in kleinen Portionen über Online-Spenden zusammen. Prominentestes Beispiel dafür war in jüngster Zeit die aufwendige Nazi-Science-Fiction-Klamotte "Iron Sky". Derzeit finanziert sogar der US-Schauspieler und Regisseur Zach Braff ("Scrubs - Die Anfänger") seinen nächsten Film "Wish I was here" zum Teil auf diesem Weg: 1,5 der geplanten 2 Millionen Dollar hat er bereits zusammen.

5000 Euro als Ziel

Ganz so weit ist "Abbitte eines Mörders" freilich noch nicht - hier steht der Zähler aktuell bei 300 von anvisierten 5000 Euro. Über die Website "Startnext" kann sich jeder an der Finanzierung des Projekts beteiligen: Für 10 Euro ist man an Bord und erhält einen Dank im Abspann des Films, für 300 Euro gibt's eine Einladung zur Premiere, und für 2000 Euro wird man als "Executive Producer" gelistet. Na dann mal ran ans Portemonnaie!
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