13.05.2018 - 22:12 Uhr
Oberpfalz

„Danceperados of Ireland“ begeisterten in Weiden mit Tanz und Musik Nicht nur was für Whiskey-Freunde

Irland ohne traditionelle Musik und Stepptanz lässt sich gar nicht vorstellen. Und dann gibt es noch Assoziationen wie grüne Landschaften und beeindruckende Steilküsten, Butter aus Irland, Irish Stew - und natürlich Whiskey.

Die "Danceperados of Ireland" sorgten mit ihrem Temperament und ihrer Professionalität für Begeisterung in der Max-Reger-Halle
von Holger Stiegler (STG)Profil

"Whiskey you are the devil" heißt das aktuelle Programm, mit dem die Show-Truppe "Danceperados of Ireland" derzeit durch Deutschland zieht. Irland als Reiseland hat immer noch Hochkonjunktur: Genauso ist es mit den "Irish-Dance"-Shows, die in vielfältiger Weise in der ganzen Republik unterwegs sind. Da trennt sich dann oftmals die Spreu vom Weizen, denn es ist nicht immer gesagt, dass auch die Qualität stimmt. Die Darbietung in der Max-Reger-Halle gehört aber eindeutig zu den empfehlenswerten Shows: gute bis exzellente Musiker, gelungene traditionelle und moderne Tanz- und Licht-Choreographien der acht Tänzerinnen und vier Tänzer sowie ein wirklich perfekter Ton ohne jegliche Übersteuerung. Und sogar die Rahmen-Handlung - die Verknüpfung der irischen Geschichte mit der Geschichte des Whiskey-Brennens - fördert viel Interessantes und Überraschendes zu Tage.

Abend der flinken Füße

Es sind zum Teil atemberaubend flinke Füße, die diesen Abend prägen. Traditionelle irische Musik - mal melancholisch-verträumt, mal beschwingt - umrahmt die Tanzeinlagen. Die Besucher werden mitgenommen auf eine Tour durch die illegalen Pubs ("Sheebens"), in denen nicht nur exzessiv getrunken, sondern auch wild musiziert und getanzt wurde. Dann geht es weiter über den Atlantik in die USA in die Zeit der Prohibition, in der irische Gangster das flüssige Gold schmuggelten. Auch bizarre irische Gesetze wie die "Holy Hour" werden musikalisch aufbereitet. Die Handlung beginnt im 7. Jahrhundert als irische Mönche in Südspanien von den Mauren die Kunst der Destillation erlernen. Der Bogen wird gespannt bis in die Gegenwart, in der die irische Whiskeyproduktion ein kleines Revival erlebt - dazwischen lernen die Besucher - auch per Multivision - all die Höhen und Tiefen kennen, die meist unmittelbar mit der Geschichte Irlands zusammenhängen.

Immer wieder verändern die Tänzerinnen und Tänzer im "fliegenden Wechsel" die Kostüme - und damit auch ihre Bühnen-Stimmung. Die musikalische Reise erfolgt in traditionellen Gewändern und reicht bis hin zu modernen Kostümen der Gegenwart. Konstanten des Abends sind allerdings das rhythmische Klacken der Steppschuhe sowie kunstvolle und komplexe Choreographien. Und natürlich das Temperament und die Leidenschaft der zwölf Tanz-Profis, was immer wieder begeisterten Zwischenapplaus der Besucher auslöst.

Besonders stimmungsvolle Momente schaffen die sechs Musiker auf der Bühne: Sie ziehen das Publikum mit ihren abwechslungsreichen Auftritten spürbar in den Bann - und bekommen dafür auch jede Menge Applaus. Mal gefühlvoll, mal regelrecht ekstatisch spielen sie auf und bringen ihre traditionellen wie auch modernen Lieder an die Zuhörer.

Nichts ist "Konserve"

Da sind Musiker auf der Bühne, die ihr Handwerk wirklich verstehen. Und die dem Publikum eindrucksvoll vor Augen führen, was man beispielsweise alles mit der ur-keltischen Rahmentrommel "Bodhran" oder der Fidel musikalisch anstellen kann. Beides sind übrigens Instrumente, die auch solistisch eine Halle begeistern können. Und alles kommt live, nichts davon ist "Konserve". Ein besonderes Kompliment verdienen die beiden Gesangssolisten des Abends - Geraldine Mac Gowan und Ian Smith - mit ihren temperamentvollen Gesängen genauso wie mit den balladesken Klängen, die im Publikum jeweils auf große Begeisterung treffen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp