14.12.2017 - 14:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Das Sündikat" beim Oberbürgermeister "Weiden - eine Sünde wert"

Die Kulturamtsleiterin findet die Jungs "einfach knuffig". Der Oberbürgermeister zeigt sich gar "sehr stolz" auf sie. Kein Wunder, denn die preisgekrönten Kulturförderer des "Sündikat" fordern keinen müden Cent von der Stadt. Nur ein bisschen Entgegenkommen.

Zum Bayerischen Popkultur-Preis gratulieren OB Kurt Seggewiß (hinten, Dritter von rechts), Kulturamtschefin Petra Vorsatz (links) und Vertreter des Jugendrings den jungen Kulturförderern vom "Sündikat". Bild: Trott
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Zumindest am Donnerstagmittag stehen dem "Sündikat" die Türen des Neuen Rathauses weit offen. OB Kurt Seggewiß hat das Team zum Empfang eingeladen, nachdem es vergangene Woche in München mit dem Bayerischen Popkultur-Preis geadelt worden war. Alles andere als unverdient, wie auch Seggewiß meint: "Der Name ,Sündikat' ist positiv belegt", stellte er fest. Und er wünschte den Gästen: "Bleibt innovativ, zieht euer Ding durch."

Ohne öffentliche Fördergelder, aber mit einem weitgespannten Netzwerk beispielsweise aus Firmen, Veranstaltern und Kulturschaffenden stellt der Verein "Sündikat" seit einigen Jahren eine Vielzahl von hochkarätigen Veranstaltungen auf die Beine: vom Indie-Konzert im Pop-up-Club "Sünde" über Mega-Partys im Jugendzentrum bis hin zur heuer erstmaligen DJ-Fete auf dem Marienbad-Platz beim Bürgerfest. Letztere "hat auch mir gut gefallen", schwärmt der OB und bittet um eine Wiederholung. "Das Feedback war bis auf zwei, drei Beschwerden grandios." Für Viele, so fügt Kulturamtschefin Petra Vorsatz hinzu, sei die "Sündikat"-Area "der schönste Platz am Bürgerfest" gewesen.

"Ihr deckt einen kulturellen Bereich in Weiden ab, der über die Jahre verloren gegangen ist", lobt Stadtrat und Juz-Mitarbeiter Florian Graf. Der Verein sei derart erfolgreich, "weil die Leute wissen: Völlig wurscht, welche Band spielt, es wird immer ein schöner Abend". Für die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring dankt dessen Vorsitzender Tobias Reichelt. Und Jugendpfleger Ewald Zenger imponiert die Eigenart des "Sündikats", "professionell zu arbeiten und Herausforderungen chillig anzunehmen".

Eine der ärgsten Herausforderungen schildert "Sündikat"-Vorstandsmitglied Lukas Höllerer: Beim Anmelden von Veranstaltungen hätten die Mitglieder oftmals nicht gerade das Gefühl, bei den Sachbearbeitern im Rathaus offene Türen einzurennen. Dies wirke schon mal demotivierend, betont Lino Molter. Dabei, so Höllerer, "machen wir das doch ehrenamtlich". Seggewiß und Vorsatz bitten um Verständnis, dass mittlerweile jede Menge Auflagen zu beachten seien. "Die Sicherheit spielt eine große Rolle, die Daumenschrauben werden immer enger." Grundsätzlich sichert der Rathauschef den Veranstaltern die Unterstützung der Stadt zu. Mit Blick auf den "Pop-up-Club" kreiert er spontan einen Werbeslogan: "Weiden - eine Sünde wert."

"Wir sind der beste Beweis, dass man auch in unserem Alter in Weiden ziemlich happy sein kann", sagt Lukas Höllerer. Die Arbeit mit glücklich machenden Events geht den "Sündikat"-Leuten in den nächsten Wochen nicht aus: In der "Sünde" im Josefshaus steigen noch drei Konzertabende ("Open Stage" am 23., "Chris Gall Trio" am 28. und "Ströme" am 30. Dezember), im Jugendzentrum geht's schon am 25. Dezember rund - bei der "Ho! Ho! Ho!"-Weihnachtsparty. Und für 2018 müssen sie noch einen neuen Pop-up-Club finden.

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