22.10.2012 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Der Fantasy-Autor Markus Heitz liest in der Weidener Buchhandlung Stangl und Taubald Reales ins Reich der Fantasie übersetzt

Markus Heitz schrieb in zwölf Jahren sagenhafte 33 Bücher. Diesen produktiven Mann wollten am Freitagabend rund 200 Fans bei einer Lesung in der Buchhandlung Stangl und Taubald in Weiden leibhaftig kennenlernen. Bild: Helmut Kunz
von Rudolf BarroisProfil

Der Mann ist ein Phänomen: In zwölf Jahren schrieb der 41-jährige Fantasy-Autor Markus Heitz nicht weniger als 33 Bücher. Er toppt damit ausgewiesene Vielschreiber wie Heinz G. Konsalik. Leidenschaftliches Schreiben verbindet der Autor mit einer blühenden und zugleich dem Zweck angemessenen disziplinierten Fantasie. Das gilt auch für sein neuestes Werk, das die "Legenden der Albae" mit dem Kapitel "Dunkle Pfade fortsetzt.

Am Freitagabend stellte Heitz den Band in der Weidener Buchhandlung Stangl und Taubald einer ausgewiesenen Fangemeinde vor. Wenigstens 200 Zuhörer wollten wissen, wie der Mann aussieht, der sich solche Geschichten ausdenkt, wo er seine Stoffe hernimmt, und vor allem wie es weitergeht mit diesen Geschöpfen, die Tod und Kunst zum Lebensprinzip machen.

Vergessenes Reich

Die Fans werden sich erinnern an die große Seuche, die das Volk der Albae heimsuchte. Nun haben sich die Überlebenden in ein vergessenes Reich zurückgezogen, warten dort unter Führung von Aisolon auf die Rückkehr in das Geborgene Land. Unter ihnen sind auch die Drillinge Sisaroth, Tirigon und Firusha, die des Mordes bezichtigt und in die Schwarze Schlucht verbannt werden, wo sich Übeltäter aus vielen Völkern versammeln. Bei dem Versuch, ihr Gefängnis wieder zu verlassen, treffen sie auf den Zwerg Tungdil. Dies wird das Leben der Albae und das der Zwerge nachhaltig verändern.
Einmal mehr zeichnet sich Heitz dadurch aus, dass er bei aller Fantasie eine bemerkenswerte Schreibdisziplin an den Tag legt. Die Figuren sind präzise und sauber gezeichnet, man kann sie sich sofort vorstellen und mit ihnen gehen, in eine Umgebung, die überschaubar und begreifbar bleibt. Der Handlungsstrang wird strikt verfolgt, die Ereignisse reihen sich logisch und nachvollziehbar aneinander. Dazu kommt ein guter Schuss Humor. Selbst so finsteren Figuren wie dem verbannten Knochenkünstler, dessen Materialsammlung auf einen skrupellosen Verbrecher schließen lässt, sind Ironie und Witz nicht fremd.

Die Zuhörer wollen vom Autor natürlich wissen, woher er seinen Stoffe bezieht, was seinen Ideenreichtum speist. Heitz gibt Auskunft und überrascht mit der Auskunft, dass seine Geschichten ihre Wurzeln in unserer Wirklichkeit haben. Skurrile Dialoge mancher Zeitgenossen, ein Kind, das einen Stock aufhebt, und nicht zuletzt der Besuch eines Gebeinhauses in Tschechien, wo irgendjemand aus den Knochen Kunstwerke zusammenbastelte. Überhaupt, so stellt sich heraus, erinnert manches, was auf den dunklen Pfaden der Albae so passiert, an die Realität, an Vorgänge in der Geschichte, an menschliche Untiefen, wie sie uns täglich begegnen.
Auf jeden Fall sind sie mindestens ein Spiegel jener Träume und Ängste, mit denen der Mensch seine Erlebnisse kompensiert und irgendwie auch erträglich macht. Was sich in einer solchen oft nebulösen Welt abspielt, Markus Heitz formuliert es aus, beschreibt es ungeschminkt bis ins Detail, nimmt den Leser mit auf diese Reise in das unbekannte Land, in dem es auch Liebe und Zärtlichkeit gibt, mütterliche Fürsorge und anderes, was menschliches Zusammenleben erst möglich macht.

Geheimnis gelüftet

Das Erfolgsgeheimnis eines Autors, wie Markus Heitz einer ist, besteht wohl vor allem darin, dass er manches Unbewusste real werden lässt und dem Leser den Blick in einen Bereich erleichtert, seine Erfahrung von Wirklichkeit über die real erlebte Welt hinaus in das unendliche Reich der Gedanken auszudehnen. Markus Heitz ist dem Geheimnis wirklich guter Geschichten auf die Spur gekommen. Im Schlusssatz zur "Feuerzangenbowle" hat es Heinrich Spoerl einst so aus gedrückt: Wahr sind nur die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben.

"Die Legenden der Albae -Dunkle Pfade" ist bei Piper herausgekommen. Das Buch kostet 16,99 Euro.

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