Die Kino-Neustarts im Überblick
Literatur auf der Leinwand

Bild: Lina Grün/Constantin Film/dpa
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
29.06.2017
435
0

Es war eine der literarischen Sensationen 2010 - "Axolotl Roadkill" von der damals 18-jährigen Helene Hegemann. Ein Werk voll seelischer Abgründe und der Suche nach sich selbst. Jetzt kommt das Drama um die Berlinerin Mifti in die Kinos.

Auch Liebhaber von Komödien können sich freuen. In „Girls’ Night Out“ feiern fünf Freundinnen etwas zu ausgiebig. Außerdem starten die Filme „Sommerfest“, „Die Verführten“, "Overdrive", „Wilson – Der Weltverbesserer“, „Dries“ und "Nur ein Tag".

Die Neustarts im Überblick:

„Axolotl Overkill“: Drogen, Sex und Einsamkeit. Helene Hegemann hat mit „Axolotl Overkill“ ihren erst gehypten, dann umstrittenen Debütroman „Axolotl Roadkill“ verfilmt – eine wilde Coming-of-Age-Story. Jasna Fritzi Bauer („Ein Tick anders“, „About a Girl“) spielt die 16-jährige Berlinerin Mifti, die die Schule schwänzt und lieber Party macht. In Wirklichkeit sehnt sich Mifti nach Geborgenheit, Zugehörigkeit und Beachtung. Unter dem Titel „Axolotl Overkill“ hat Hegemann ihren auch wegen einer Plagiatsaffäre skandalumwitterten Roman „Axolotl Roadkill“ verfilmt – herausgekommen ist eine Tragikomödie mit einer starken Hauptdarstellerin. Jasna Fritzi Bauer spielt die toughe und dennoch überforderte Mifti mit einer großartigen Lakonie und Komik. (Regie: Helene Hegemann - Mit: Jasna Fritzi Bauer, Mavie Hörbiger, Laura Tonke, Bernhard Schütz - 94 Minuten - Frei ab 12 Jahren) (dpa)




„Sommerfest“: In „Frau Müller muss weg“ rechnete Sönke Wortmann mit aufgeregten Helikopter-Eltern und verschrobenen Lehrern ab. Nun wird es romantisch: In der Komödie „Sommerfest“ kehrt ein Schauspieler nach dem plötzlichen Tod seines Vaters ins Ruhrgebiet zurück, in seine alte Heimatstadt Bochum. So richtig Zuhause fühlt sich der Wahlmünchner dort nicht mehr, deshalb will er so schnell wie möglich weg. Das merken auch seine alten Freunde, die deshalb nicht sparen mit markigen Sprüchen, Ratschlägen und Frotzeleien. Und dann ist da noch die Sache mit Charlie, seiner Jugendliebe. Lange geht er ihr aus dem Weg. Doch als er sie trifft, geraten seine Lebenspläne völlig durcheinander. Vorlage ist ein Roman des Schriftstellers Frank Goosen, so wie Wortmann aus dem Ruhrgebiet. Die Komödie empfiehlt sich deshalb als amüsanter, leichter Sommerfilm, gespickt mit derben Sprüchen, Wehmut und trocken-lakonischem Humor. (Regie: Sönke Wortmann - Mit: Lucas Gregorowicz, Anna Bederke und Jasna Fritzi Bauer - 92 Minuten - Ohne Altersbeschränkung) (dpa)




„Girls’ Night Out“: Fünf ehemalige College-Freundinnen schlagen auf einem Mädels-Trip in Miami über die Stränge. Wilde Partys, ein toter Stripper, jede Menge Drinks und derbe Späße sind die Zutaten für die schwarzhumorige Komödie „Girls’ Night Out“. Nach den „Hangover“-Junggesellen um Bradley Cooper gibt nun ein trinkfestes Frauenteam um Scarlett Johansson, Kate McKinnon und Zoë Kravitz den Ton an. In ihrem Spielfilmdebüt hält die amerikanische Regisseurin Lucia Aniello nicht mit deftiger Sprache und schrägen Szenen zurück. Auch Demi Moore hilft dabei mit, dass der Junggesellinnenabschied völlig aus dem Ruder gerät. (Regie: Lucia Aniello - Mit: Scarlett Johansson, Kate McKinnon, Jillian Bell und Zoë Kravitz - 101 Minuten - Frei ab 12 Jahren) (dpa)




„Die Verführten“: Allein unter Frauen zu sein, davon träumt manch ein Mann. Doch dass die ersehnte und ungeteilte Aufmerksamkeit auch schnell zum Alptraum werden kann, davon erzählt nun Sofia Coppola in ihrem Drama „Die Verführten“. Darin beobachtet sie wunderbar präzise und immer wieder mit Ironie, wie Colin Farrell als Soldat während des Amerikanischen Bürgerkriegs Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Mädchenschule landet – und auf Nicole Kidman, Kirsten Dunst und Elle Fanning trifft. Beim Filmfest Cannes gewann Coppola dafür bereits den Preis für die beste Regie. Sie beweist dabei nach „Lost in Translation“ und „Somewhere“ einmal mehr, wie subtil und humorvoll sie inszenieren und vor allem wie genau sie Stimmungen und Gefühle einfangen kann. (Regie: Sofia Coppola - Mit: Colin Farrell, Elle Fanning und Kirsten Dunst - 93 Minuten - Frei ab 12 Jahren) (dpa)




„Overdrive“: Die beiden Halbbrüder Andrew (Scott Eastwood) und Garrett (Freddie Thorp) sind auf den Diebstahl von Luxusautos spezialisiert. Bei einem Job an der Côte d’Azur haben es die beiden auf einen millionenschweren Bugatti von 1937 abgesehen, der dem skrupellosen Gangsterboss Morier (Simon Abkarian) gehört. Der Coup misslingt, und Morier zwingt die Meisterdiebe, seinem Erzfeindrivalen Max Klemp (Clemens Schick) einen wertvollen Ferrari aus der Garage zu entführen. Ein PS-starker Wettlauf auf Leben und Tod beginnt. Mit von der rasanten Partie sind Andrews Freundin Stephanie (Ana de Armas) sowie die Taschendiebin Devin (Gaia Weiss). Als Produzent fungierte der actionerprobte Pierre Morel („96 Hours“, „The Transporter“). (Regie: Antonio Negret - Mit: Scott Eastwood, Freddie Thorp und Clemens Schick - 96 Minuten - Frei ab 12 Jahren) (dpa)




„Wilson – Der Weltverbesserer“: Wilson ist ein verschrobener Typ in mittleren Jahren, ein Weltverbesserer, der die Welt nicht mehr versteht. Seinen Unmut gibt Wilson kund, ungefragt und ungefiltert, ob auf der Straße oder am Urinal einer öffentlichen Toilette. Dann aber entdeckt er, dass er eine heranwachsende Tochter hat – und sein Leben wird auf den Kopf gestellt. Der amerikanische Cartoonist Daniel Clowes („Ghost World“) schuf die Figur 2010 in seinem Comic-Roman „Wilson“. US-Regisseur Craig Johnson adaptierte das Buch nun zum Komödiendrama mit einem hochkarätigen Woody Harrelson als Protagonisten. (Regie: Craig Johnson - Mit: Woody Harrelson, Laura Dern und Judy Greer - 94 Minuten - Frei ab 12 Jahren) (dpa)




„Dries“: Dries van Noten gilt als heimlicher Liebling der Modewelt. Und das seit Jahrzehnten. Warum der belgische Designer im hysterischen Modezirkus eine von vielen verehrte Ausnahmeerscheinung bleibt, zeigt nun der sehenswerte Film „Dries“. Der Dokumentarfilmer Reiner Holzemer hat den 59-Jährigen dafür über ein Jahr lang begleitet und zeigt ihn bei den Vorbereitungen für seine Modenschauen in Paris oder während des Kreativprozesses bei der Arbeit mit seinem Team. Am meisten beeindrucken jedoch die Bilder aus Van Notens Alltag an der Seite seines langjährigen Lebensgefährten in ihrem Haus mit verwunschenem Garten nahe Antwerpen. (Regie: Reiner Holzemer - 93 Minuten - Ohne Altersbeschränkung) (dpa)




„Nur ein Tag“: „Eine Geschichte“, so heißt es im Trailer zu diesem eher ungewöhnlichen Film, „aus dem Leben einer Eintagsfliege“. Und diese Fliege, sie hat tatsächlich nur einen Tag zu leben. Ohne aber, dass sie davon wüsste. Ein Fuchs und ein Wildschwein, sie haben die Fliege beim Schlüpfen beobachtet – und sie erzählen dieser nun, dass der Fuchs dem Tode geweiht sei. Woraufhin die Eintagsfliege versucht, dem Fuchs diesen einen, seinen vermeintlich letzten Tag auf der Erde, zu versüßen. Alle Tiere in diesem Film von Martin Baltscheit, von dem auch die Vorlage stammt, werden von Menschen verkörpert. Darunter neben Lars Rudolph, Karoline Schuch und Aljoscha Stadelmann auch Anke Engelke. (Regie: Martin Baltscheit - Mit: Anke Engelke - Karoline Schuch und Lars Rudolph - 76 Minuten - Ohne Altersbeschränkung) (dpa)

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.