Don Menza, die lebende Saxofon-Legende, gastiert beim Jazz-Zirkel-Weiden
"Der Jazz war meine erste Liebe!"

 
(Foto: exb)

Mit 13 Jahren beginnt Don Menza mit dem Saxofonspiel. Von 1964 bis 1968 lebt er in Deutschland und spielt in der Bigband von Max Greger. Immer wieder zieht es den "Giganten" nach Europa. Jetzt kommt er wieder einmal zum Jazz-Zirkel.

Don Menza wird am 22. April 1936 in Buffalo, New York, geboren. Er spielt mit dem Maynard-Ferguson-Orchestra (1960-1962) und der Band von Stan Kenton. 1968 arbeitet er mit der Buddy-Rich-Bigband. In den späten 1960er Jahren zieht er nach Kalifornien und spielt in den Bands von Elvin Jones (1969) und Louie Bellson. Am Freitag, 6. April (20 Uhr), tritt Don Menza beim Jazz-Zirkel im "Bistrot Paris" in Weiden auf. Im Interview erzählt er aus seinem Leben.

In wenigen Tagen feiern Sie Ihren 82. Geburtstag. Wie meistert man den Reisestress und den engen Zeitplan?

Don Menza: Ich reise gerne, und ich spiele gerne. Ich wohne in der Nähe von Los Angeles, und ich gehe zwei- bis dreimal im Jahr auf Tour. Einmal im Jahr komme ich auch nach Buffalo, um alte Freunde zu treffen, und dort spiele ich dann auch, meist spiele ich dann auch in Toronto. Aber nicht mehr zu viel. Keine Studio-Jobs mehr und nur noch Jazz! Ich bin sehr glücklich, dass ich das alles in meinem Alter noch machen kann.

Wie fanden Sie zum Saxofon und zum Jazz?

Ich war 13, und da gab es eine Schulband. Ich wollte eigentlich Trompete spielen, doch sie hatten keine mehr. So gab man mir eine Klarinette. Aber ich hasste sie. Deshalb mietete meine Mutter ein Saxofon für mich. In Buffalo traten alle großen Orchester und die berühmten Musiker auf. Ich hörte sie alle, und bald hatten wir selbst eine kleine Band.

Mit 20 Jahren kamen Sie mit einem Militärorchester nach Frankfurt.

In diesem Jazz-Orchester spielten auch Don Ellis und Leo Wright. Das war eine tolle Zeit! Ich lernte viel von den älteren Musikern, ganz besonders vom Pianisten Cedar Walton.

1960 spielten Sie im Orchester von Maynard Ferguson, 1962 bei Stan Kenton und 1964 bis 1968 bei Max Greger. Wie kam es dazu?

Das war ein fester Job, und mir gefiel München. In New York gab es damals nicht so viele gute Jobs für Musiker, und ich wollte damals nicht nach Kalifornien. So lebten wir vier Jahre in München. Max war ein ausgezeichneter Bandleader.

Dann kam es zum legendären Engagement bei Buddy Rich, den Sie einmal als den "besten aller Bandleader" bezeichneten.

Er verlangte von jedem Musiker 1000 Prozent Einsatz, wie von sich selbst auch. Ich arbeitete gerne mit Buddy. Er war wirklich ein unglaublicher Schlagzeuger.

Später arbeiteten Sie in Los Angeles als Studiomusiker für Fernsehen, Schallplatten und Werbung. Sie waren auch einige Jahre mit Henry Mancini unterwegs?

Mit Mancini arbeitete ich 47 Jahre zusammen. Wir reisten durch die ganze Welt: Japan, Australien, Neuseeland, Hawaii ... überall! Ich spielte gerne bei Henry. Er war ein Gentleman, großartige Musik und immer erste Klasse.

Sie waren in den USA sehr erfolgreich. Trotzdem kommen Sie immer gerne nach Deutschland.

Ich habe nie aufgehört, Jazz zu spielen. Auch nicht während meiner Studioarbeit in Kalifornien. Ich trat immer mit eigenen Bands oder mit Freunden auf. Sowohl mit kleinen Gruppen als auch mit Bigbands. Der Jazz war meine erste Liebe!

Mit 69 Jahren zogen Sie sich schon einmal vom Musikgeschäft zurück. Wie kam es dazu, und wie kehrten Sie zur Musik zurück?

Ich wollte mehr Zeit mit meiner Frau, den Kindern und Enkelkindern verbringen. Es war schön, daheim zu sein und nicht nur ans Reisen zu denken. Dann packte es mich wieder. Aber die Pause tat mir gut. Trotzdem frage ich mich, wie lange ich das noch tun kann. Ich bin kein junger Mann mehr.

Sie wurden bekannt als expressiver Solist und herausragender Satzspieler in weltberühmten Bigbands und bei "Supersax". Daneben arbeiteten Sie mit vielen europäischen Radio-Orchestern. Was ist ihnen lieber - Bigband oder kleine Combos?

Die kleinen Gruppen. Dort gibt es mehr Freiheit, man hat mehr Raum zum Spielen. Je mehr Musiker auf der Bühne stehen, desto schwieriger wird es. Das Quartett ist am besten.

Heute pflegen Sie vor allem das Balladenspiel?

Ich liebe Balladen. Weniger Stress und wunderbare Melodien.

Vor 19 Jahren spielten Sie mit dem Harald-Rüschenbaum-Trio zum ersten Mal in Weiden. Vor 6 Jahren gab es das zweite Konzert, nun dürfen wir Sie zum dritten Mal erleben. Wie kam es zum aktuellen Quartett?

2005 gab es erste Kontakte zum Jazzinstitut in Graz. Dort lernte ich diese wunderbaren Musiker kennen, und so gehen wir immer wieder auf Tour.

Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Musikszene?

Alles ändert sich. Aber gerade das macht die Welt so interessant.

___

Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter % 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0, www.nt-ticket.de sowie Abendkasse.

Bild: Don Menza

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.