23.02.2018 - 13:46 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Duo Le Bang Bang begeistert bei Klein & Kunst in der Max-Reger-Halle Es hat Bang gemacht

Nackt sind sie erst einmal. Aufs Wesentliche reduziert. Natürlich nicht die beiden Künstler auf der Bühne, sondern ihre Lieder. Der Auftritt des Duos "Le Bang Bang" sorgt bei der "Klein & Kunst"-Reihe in der Max-Reger-Halle für ganz besondere Klangwelten.

von Holger Stiegler (STG)Profil

Diese Auszeichnung sollte man sich merken, denn sie steht für gut gemachte und bestens komponierte Musik: das "Le Bang Bang-Gütesiegel". Natürlich geht dem keine offizielle Zertifizierung voraus, sondern die ganz individuelle Erkenntnis von Stefanie Boltz und Sven Faller, dass Songs für deren Art der Bühnenperformance geeignet sind. Boltz ist eine Jazz-Sängerin mit einer facettenreichen und prägnanten Stimme und Bühnenpartner Sven Faller ein Kontrabassist von großem Spielreichtum.

Komplett befreit

Zurück zum Nacktsein: Was dies aus einem Song machen kann, wird bereits zum Auftakt deutlich. "Nature Boy" von Nat King Cole und auch Nat Adderleys "The Old Country" werden komplett "befreit", alles Bekannte wird erst einmal abgelegt, um den reinen, puren Blick darauf zu haben. Dass sich dann eine "Le Bang Bang"-Version ganz anders anhört, ist logisch und gewollt. Und auch wenn man es sich vielleicht nicht vorstellen kann: Das passt perfekt, da fehlt kein Instrument, das ist - ganz banal gesprochen - einfach erfrischend anders. Boltz und Faller ergänzen sich sehr gut - variierende Stimmlagen, mal geflüstert, mal gehaucht und immer wieder auch mit einem Schuss Improvisation, treffen auf einen sowohl lyrischen wie auch groovigen Kontrabass. Das Ergebnis: überraschend, betörend, manchmal die Zuhörer auch zum Nachdenken anregend nach dem Motto "Ich kenne das Stück doch irgendwie, wie heißt es nur?"

Und natürlich sind auch Stücke dabei, die bei den ersten Textsilben erkennbar sind, obwohl die melodisch in einem ganz anderen Gewand daherkommen. Der Beatles-Klassiker "Here Comes The Sun" gehört beispielsweise dazu. Wobei man sich schon fragen darf: Stammt das Original vielleicht von "Le Bang Bang" und die vier Pilzköpfe haben ihre eigene Version daraus gemacht?

Die Spannungskurve bleibt den gesamten Abend über sehr weit oben, immer wieder ist es überraschend, wie Boltz und Faller mit Liedern spielen - darunter auch eigene Kompositionen wie "April Skies" oder "I Want To See Her Dead".

Elektronische Note

Stellenweise bekommt der Auftritt Dank Kontrabass-"Looper" auch eine elektronisch-symphonische Note, wenn sich Le Bang Bang an zwei Werke heranwagen, die man im Programm nicht unbedingt erwarten würde. Überraschen Boltz und Faller schon mit "Owner Of A Lonley Heart" von "Yes", so treiben sie es auf die Spitze mit Nirvanas "Smells Like Teen Spirit". Eine Dreistigkeit der ganz angenehmen Art! Viel Applaus gibt es für das Duo, die pure und handgemachte Musik kommt bei den Zuhörern an. Zwei Zugaben - darunter "Time After Time" - runden einen außergewöhnlichen Auftritt ab. Es hat "Bang" gemacht

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