Duo "Le Bang Bang" gastiert am 22. Februar in Weiden - Interview mit Sven Faller
"Wir machen die Stücke erst einmal nackig"

Für das Cover-Foto ihres neuen Albums haben die Musiker Stefanie Boltz und Sven Faller auch die eigenen Hüllen fallen lassen - "Pure" eben. Bild: Uli Zrenner-Wolkenstein
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
09.02.2018
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Eine prägnante, betörende Stimme und der Kontrabass als ein allein optisch schon gewaltiges Instrument - dafür steht das Duo "Le Bang Bang". Und natürlich gehören dazu die beiden Musiker Stefanie Boltz und Sven Faller, die der Musik Leben einhauchen.

Obwohl viele ihrer Songs wie "Junimond" von Rio Reiser oder "Wake me up before you gogo" berühmt sind, erkennt man sie oft nicht sofort und hat sie so definitiv noch nie gehört.

Am Donnerstag, 22. Februar (20 Uhr), ist die Formation zu Gast bei der "Klein & Kunst"-Reihe im Untergeschoß der Max-Reger-Halle, die Kulturredaktion hat sich im Vorfeld mit Sven Faller über den Auftritt und das Besondere der Performance unterhalten. Der Kontrabassist ist musikalisch in der Welt zu Hause, lebt aber seit fünf Jahren in Schwandorf.



Herr Faller, nur Gesang und Kontrabass klingt ja schon erst einmal verwegen. Wie kam es dazu?

Sven Faller: Das war wie mit den meisten guten Dingen im Leben: ein Zufall. Ich bin angefragt worden, mit einer Band in einem ganz kleinen Café in München aufzutreten. Ich habe dann gemerkt, dass eine ganze Band dort gar nicht reinpasst und maximal Platz für zwei Leute besteht. Mit Stefanie Boltz hatte ich zu der Zeit ein anderes Projekt laufen und habe zu ihr gesagt: Du, lass es uns doch einfach mal ausprobieren.

Und offensichtlich hat es gepasst?

Das war eine zündende Sache - für das Publikum, aber auch für uns selbst. Nur zu zweit, da hat jeder Platz. Da fehlt keine Gitarre, da fehlt kein Schlagzeug, da fehlt nichts. Und in diesem Moment war dann die Band geboren. Es hat Bang gemacht - und das haben wir dann im Bandnamen "Le Bang Bang" umgesetzt.

Was zeichnet Eure Musik aus?

Wir machen keine komplizierten Arrangements, wir machen uns da wenig Gedanken. Wir suchen uns einfach Stücke aus, die wir schon immer mal machen wollten. Dann stellen wir uns hin und fangen einfach an. Unsere Besetzung reduziert das Stück ja total, wir ziehen die Titel praktisch erst einmal nackig aus. Wenn man nur die Basslinie und die Melodie hat, dann ist das Stück so richtig pur und nackt. Und durch das Spielen kommen uns dann die Ideen. Unsere Stücke entwickeln sich im Laufe der Zeit dann auch weiter - auch auf der Bühne.

Wer gibt denn den Ton an im Duo - die Stimme oder das Instrument?

Wir empfinden es beide so, dass wir gleichberechtigt und absolut auf Augenhöhe miteinander sind. Auch auf der Bühne stehen wir nebeneinander, da steht keiner vorne oder hinten. Wir können uns eigentlich gar nicht in die Quere kommen, keiner nimmt dem anderen etwas weg.

Wie würden sie denn Ihren Stil bezeichnen?

(lacht) Das ist schwierig. Wenn man es griffig benennen will, fällt einem meistens nix ein. Wir haben sicherlich nicht das Rad neu erfunden, aber schon etwas Individuelles erschaffen. Letztlich denke ich, dass es dem Publikum auch egal ist, wie man es nennt. Wir wollen dem Publikum ein aufregendes Live-Erlebnis bieten und wenn uns das gelingt, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Welchen Stellenwert messen Sie Eigenkompositionen zu?

Stefanie und ich schreiben beide gerne und viel. Das Reizvolle in unserem Duo ist natürlich, bekannte Stücke zu spielen, die aus einer ganz anderen Richtung kommen. Da dauert es auch beim Publikum manchmal etwas länger, bis sie das Stück erkennen. So gesehen fühlen sich viele Fremdkompositionen für uns selbst wie Eigenkompositionen an. "Here comes the sun" klingt bei uns beispielsweise gar nicht nach Beatles und "Smeels like teen spirit" im ¾-Takt hat ja mit dem Original auch erst einmal wenig gemein.

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