21.07.2017 - 14:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Erweitertes Angebot in nächster Saison Vorhang auf für Kulturbühne

Ein offensichtlich zufriedener Oberbürgermeister hat den neu gegründeten "Freunden der Kulturbühne Weiden" ein dickes Lob ins Vorwort des Heftes geschrieben, in dem das Programm der Kulturbühne für die nächste Saison vorgestellt wird.

von Rudolf BarroisProfil

Kurt Seggewiß befürchtete offensichtlich schon ein kulturelles Loch im Veranstaltungskalender der Stadt Weiden und ist nun froh, dass Veit Wagner und Stefan Voit als Vorsitzende des Vereins in die Bresche sprangen. Zwanzig Veranstaltungen vom klassischen Sprechtheater bis zur sogenannten Kleinkunst. Voll Zuversicht und Mut wollen Voit und Wagner dem Theater einen neuen Stellenwert in Weiden geben.

"Live auf der Bühne" soll Gesprächsstoff bieten und vor allem vergnügliche Abende bescheren. Die "Bühne Zwo" wird auch neugieriges Publikum ansprechen. Klassiker, Komödien und Boulevard sollen nach dem alten erfolgreichen Theaterrezept - "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen" - das Kulturbedürfnis in der Region befriedigen. Eine partielle Zusammenarbeit mit dem Landestheater Oberpfalz ist Teil des neuen Konzepts, zu dem auch gehört, dass die zentrale Spielstätte Weidens, die Max-Reger-Halle, besser ausgelastet ist.

Die Sprechbühne startet am Dienstag, 10. Oktober (19.30 Uhr), mit Reginald Roses berühmtem Kriminalstück "Die 12 Geschworenen" . Elf Mitglieder der Jury sind sich einig, dass ein Siebzehnjähriger, der seinen Vater erstochen haben soll, schuldig ist. Nur einer hat begründete Zweifel. Die Entscheidung über Leben und Tod eines Menschen ist ihm mindestens eine faire Diskussion wert.

Gangster und Religionen

Als Bertolt Brecht in seinem Stück "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" die Fabel im Gangstermilieu Chicagos ansiedelte, gelang es ihm, die vermeintlich großen Verbrecher als Menschen zu entlarven, die schwere politische Verbrechen begehen. Die Figur des Arturo Ui weist Bezüge zu Hitler und auch zu Al Capone auf. Die Kulturbühne zeigt das Stück am Montag, 6. November (19.30 Uhr).

Das Programm greift auch beliebte musikalische Traditionen auf, zum Beispiel am Montag, 1. Januar (18 Uhr), das Neujahrskonzert in der Max-Reger-Halle mit Peter Wittmann und seinem Ballhausorchester .

Mit Gotthold Ephraim Lessings "Nathan der Weise" wird am Montag, 19. März (19.30 Uhr), die hochaktuelle Frage gestellt, welche von den drei großen monotheistischen Weltreligionen im Besitz der Wahrheit ist. Der Lernprozess wird Tausende von Jahren dauern. Unterdessen ist Brüderlichkeit und Toleranz dort gefordert, wo sich die Theologen nicht einig werden können.

Eine Ehe mit Entbehrungen und Enttäuschungen ist Thema der Komödie "Alles über Liebe" am Dienstag, 10. April (19.30 Uhr). Anna und Carlos entdecken, genervt von permanenten Auseinandersetzungen, dass es vielleicht doch noch ein Band gibt, das sie zusammenhält.

Eine der gruseligsten und spannendsten Geschichten von Edgar Wallace "Die toten Augen von London" kommt am Donnerstag, 2. Mai (19.30 Uhr), auf die Bühne der Max-Reger-Halle: Scotland Yard muss die Morde an reichen Ausländern aufklären und bekommt es dabei mit einer Bande blinder Verbrecher zu tun.

Der Handlungsreisende Gregor Samsa findet sich in seinem Bett in ein Ungeziefer verwandelt wieder. Franz Kafka schafft in seiner meisterhaften Novelle "Die Verwandlung" eine Atmosphäre des Unfassbaren. Das Landestheater Schwaben bringt die Story am Donnerstag, 5. Juni (19.30 Uhr), nach Weiden.

Neues auf "Bühne Zwo"

Die "Bühne Zwo" öffnet sich am Montag, 4. Dezember (19.30 Uhr): Zu einer halsbrecherischen Reise "Um die Welt in achtzig Tagen" nach Jules Verne starten Gentleman Phileas Fogg und sein Diener Passepartout. Eine bunte futuristische Welt, in der komödiantische karikaturhafte Gestalten ihre Kräfte ausleben.

Eine außergewöhnliche Show bietet "Razzz" mit einem "Beatbox-Musical" am Montag, 22. Januar (19.30 Uhr): Tanz zwischen Realität und Fantasie.

Erstmals wird am Mittwoch, 7. Februar (19.30 Uhr), ein englischer Klassiker in der Originalsprache auf den Brettern der Kulturbühne gespielt: Shakespeares "Romeo und Juliet" . Die Veranstalter hoffen, dass viele wagemutige Oberpfälzer das bekannte Stück einmal im Original hören und sehen wollen.

Johannes Kirchberg und Frank Roder suchen am Dienstag, 17. Apri l (19.30 Uhr), im Werk von Erich Kästner. Mit ihrem Programm "Außer man tut es!" spüren sie dem witzigen Kritiker und Satiriker in seinen Gedichten, Tagebucheinträgen und Liedern nach.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und unter www.nt-ticket.de

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