11.02.2018 - 18:10 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Festival der Travestie in der Max-Reger-Halle Dreamgirls für Ballermänner

Schaut aus wie Fasching, hört sich oft auch so an, ist aber was ganz anderes: Männer in Frauenkleidung. Ein "Festival der Travestie".

Auch Weiß-Blau steht ihr ganz fabelhaft: Maria Crohn mit ihren Tänzern Jaydan und Jordan. Bilder: Kunz (2)
von Autor UZProfil

Weiden . (uz) Wussten Sie, dass das horizontale Gewerbe ein Ausbildungsberuf ist, bei dem die Note "befriedigend" mehr zählt als "gut"? Wenn ja, dann waren Sie bestimmt am Samstagabend beim "Festival der Travestie" in der Max-Reger-Halle. Dort wurden solch epochale Erkenntnisse verkündet. Trotz Kostümierung und kiloweise Makeup im Gesicht gab es statt "Helau"-Rufen vor allem Party-Schlager und schlüpfrige Comedy.

In ihren Damenklamotten wirkten Maria Crohn, Leslie London und Miss Monique Chantree wie heiße Miezen. Lady Vanessa war sogar eine echte Schönheit. Das blieb so bis zum Finale. Erst am Schluss (bei Wirbelwind Monique fiel die Haartracht "versehentlich" schon in der ersten Hälfte) lüftete die Truppe den Schleier, warf Perücken und Glitzerkleider über Bord und bestand nur noch aus einem Ensemble von Mannsbildern.

Man muss das das mögen, wenn sich Herren Riesenwimpern an die Lider kleben, in Damenkleidung schlüpfen und sich auf der Bühne wie Frauen mit all ihren Besonderheiten verhalten. Die Travestie-Show war jedenfalls ein farbenprächtiges Spektakel von Tina Turner bis zum den Musical "Dreamgirls". Immer wieder wurde Ausschau gehalten nach dem Single-Mann im Publikum, als "Tagesabschlussgefährten". Aber Vorsicht: Beim letzten Mal habe einer gesagt, dass er für 300 Euro alles mache. "Er hat mir dann die ganze Wohnung mit Laminat ausgelegt."

Die Grande Dame der Travestie ist Maria Crohn, die ihr Publikum in die Absurditäten des Alltags entführte. Einen geschickten Mix aus Varieté und Comedy. Mit viel Esprit erzählte sie von kleinen und großen Missgeschicken im Geschlechterkampf. "Ist das Ihr Ehemann?". "Ja", sagte die Frau. "Haben Sie damals eine Wette verloren?" So etwas musste man sich gefallen, lassen wenn man in der ersten Reihe saß.

Maria quasselte in einem Rausch aus der wilden Leidenschaft für Verkleidung von den kleinen Zipperlein des Alters, von Rouge und Übergewicht. Passend zu den Elementen ihres Stand-up-Programms gab es ein Potpourri aus Guter-Laune-Musik, von Evergreens und Popnummern bis Ballermann. Dabei nahm sie sich immer wieder selbst aufs Korn.

Die Kostüme werden ja in Thailand angefertigt. Alles Einzelstücke und passgenau für die hochhackigen Damen, die eigentlich Herren sind. Mit oftmals drei Netzstrumpfhosen übereinander - weil man sich ja nicht gern die Beine rasieren will.

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