24.12.2007 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gerhard Ziegler ist leidenschaftlicher Sammler - Pfarrer an Berufsschule Wo die Krippen zu Hause sind

Auf den Fensterbänken reihen sich kleine Figuren aus Holz, Zinn und Keramik aneinander. In verschiedenen Vitrinen das gleiche Bild. Da ist dem Betrachter schnell klar: Hier ist ein Sammler am Werk. Gerhard Ziegler besitzt über 70 Krippen aller Arten und Größen.

von Viola Vogelsang-Reichl Kontakt Profil

Und an Heiligabend wird wohl eine weitere hinzukommen. Denn der 62-Jährige geht davon aus, dass Ehefrau Anastasia oder die Kinder ihm ein Exemplar unter den Weihnachtsbaum stellen.

In Regalen verstaut

Viel zu tun hat der evangelische Pfarrer, der an der Europaberufsschule unterrichtet, jedes Jahr vor dem ersten Adventswochenende. Denn dann werden die größeren Ställe und Figuren aufgebaut. Allerdings "stehen viele das ganze Jahr über in Regalen, aber eher versteckt", erläutert Ziegler schmunzelnd. Das restliche Jahr über bewahrt er die großen - vor Staub geschützt - in Schachteln verpackt in Regalen in einem eigenen Raum auf. Auch beim Umzug im vergangenen Jahr verlor Ziegler den Überblick nicht, dank moderner Technik: Er fotografierte jedes Stück und heftete die Bilder in einer Mappe ab. Seit seiner Studentenzeit, als Ziegler diese Leidenschaft entdeckt hat, ist einiges zusammengekommen.

Wie der Pfarrer darauf gekommen ist? Ein Grund ist Prof. Gertrud Weinhold (Berlin). Sie war in der evangelischen Erwachsenenbildung tätig und ebenfalls Krippensammlerin. Heute ist die Sammlung ökumenischer und vergleichender Darstellung religiöser Volkskunst im Alten Schloss Schleißheim ausgestellt. "Die Dame ist 93 Jahre alt geworden, Krippensammler werden alt", ist Ziegler überzeugt.

Drei bis vier neue pro Jahr

Ins Guinness-Buch der Rekorde schafft es der Weidener wohl nicht mehr, doch das stört ihn nicht. Obwohl jedes Jahr drei bis vier neue Objekte hinzukommen. Die erste, die Ziegler als Student erstanden hat, kommt aus Peru. Überhaupt faszinieren den Experten die bunten Figuren von dort. Die bekanntesten stammen von der Familie Mendivil. Ihr Kennzeichen: lange Hälse. Drei seien sogar signiert, sagt Ziegler, der selbst noch nie in dem südamerikanischem Land war. Daneben besitzt er unter anderem ein Olivenholzgebilde aus Israel. Eine der schönsten Krippen ist für den Besitzer eine südfranzösische aus Ton. Daneben: Unter Wurzeln oder in Kokusnussschalen stehen Maria, Josef und das Jesuskind ebenso wie in einer Streichholzschachtel.

Eine Kirche mit kleinen Figuren aus Zigarettenpapier findet ebenso Obdach bei der Familie wie ein Playmobil-Modell. Zinnfiguren, die Ziegler immer wieder bei einem Händler in Nürnberg ersteht, werden teilweise von seiner Frau bemalt. Als Untergrund für eine Krippe im Zinnteller verwendet Ziegler einfach Vogelsand. Sammler sind offenbar auch kreative Menschen.

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