10.10.2017 - 18:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Giant Rooks in der "Sünde" in Weiden Mitten ins Herz

Sie kommen aus Hamm, tief im Westen. Giant Rooks liefern in der "Sünde" einen Giganten-Auftritt ab. Ihre Musik bleibt, tief im Herzen.

Was für ein Talent auf der Bühne: Frederik Rabe von Giant Rooks in der "Sünde" in Weiden. Bild: Christian Simmerl
von Frank Werner Kontakt Profil

"Woher kennt ihr uns eigentlich?" Gute Frage von Frederik Rabe. Der Frontmann der Giant Rooks steht ein wenig ungläubig vor der tobenden Menge im ausverkauften Weidener Pop-Club "Die Sünde". Antwort: So funktioniert "Das Sündikat". Die Truppe um Lukas Höllerer findet die Perlen und bringt sie in die Provinz. Und das Publikum vertraut den Konzertmachern nahezu blind. Weil sie außergewöhnliche Künstler präsentieren. Immer wieder. Kleines Budget, großartige Musik. Das ist "Das Sündikat".

Die Frage von Frederick ist dabei völlig berechtigt. Natürlich kennt kaum jemand Giant Rooks aus Hamm in Nordrhein-Westfalen. Ein paar Fans sind aus München angereist. Und ein Vater mit seiner Tochter sogar rund 450 Kilometer aus Koblenz. Ab in "Die Sünde" und wieder zurück nach Rheinland-Pfalz.

Hat sich die weite Fahrt gelohnt? Aber hallo! Die fünf Jungs mit dem Schülerband-Charme liefern eine fantastische Show ab. Das Charisma von Frederik überstrahlt dabei alles. So ein junger Bub, so eine irre Ausstrahlung. Er schafft es sogar, dass es bei den wenigen ruhigen, balladesken Momenten in der "Sünde" mucksmäuschenstill ist. Ein Kniefall des Publikums vor der Band. "So einen Schwiegersohn wünsch ich mir", meint eine Dame in der Menge. Das klingt gar nicht peinlich, sondern belegt: Giant Rooks haben die Herzen erobert. Sie schaffen das mit Songs zum Mitwippen, Mittanzen, Mitsingen. Indie-Rock auf allerhöchstem Niveau. Oder besser Art-Pop, wie es die Band selbst nennt. Mit einer astreinen Akustik und einer bezaubernden Lichter-Symphonie. Brütend heiß ist es nach dem Auftritt im Pop-Club. Schon die Vorband "Like Lovers" aus Nürnberg hatte das Publikum mit Synthie-Sound ordentlich auf Betriebstemperatur gebracht.

Seit 2014 gibt es Giant Rooks, da gingen einige der Jungs tatsächlich noch in die Schule. Frederik hat 2015 Abitur gemacht. Zwei EPs haben sie auf dem Markt gebracht und waren ordentlich auf Tour - unter anderem als Support von Kraftklub und Von Wegen Lisbeth. 2016 gewannen sie den Pop-NRW-Preis als beste Newcomer. Und sie begleiteten die Mighty Oaks auf ihre Europatournee.

Soweit die Fakten. Zu den Gefühlen: Giant Rooks schaffen den Spagat zwischen schrubbeligen Gitarrensound und leisen Hymen spielend. Die Show von Frederik Rabe wirkt 100 Prozent authentisch. Spielfreude, klasse Songs und Mut. Alles dabei. Bob Dylans "I shall be released" muss ein so junge Band erstmal derart schön rüberbringen. Giant Rooks, übersetzt riesige Türme: Das "Sündikat" hat wieder ein Riesen-Brett nach Weiden gebracht. Ab Mitte November öffnet die "Sünde" noch achtmal ihre Pforten. Hingehen ist Pflicht. Musikalische Perlensucher werden hier immer fündig. Versprochen.

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