25.07.2017 - 11:28 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hannes Ringlstetter rockt mit Band Max-Reger-Halle Wo Koma-Saufen noch Wochenende hieß

Er ist ein Fernsehstar, aber eben auch ein Bühnenkönner. Letzteres beweist Hannes Ringlstetter samt Band in der Max-Reger-Halle. Vor allem einer im Publikum dürfte den Auftritt so schnell nicht vergessen.

Jede Menge Spaß an der Freud - Hannes Ringlstetter und seine Bandkollegen. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Ob sich Johannes jemals wieder in die zweite Reihe traut, ist nicht gesichert. Dumm, dass sich der 15-Jährige nicht verstecken kann. Für Hannes Ringlstetter ein Bursch im besten "Saftl-Alter". Also passgenau in der Pubertätsstufe, wo Ringlstetters Spott den jungen Kerl mit voller Breitseite trifft. Einer aus der Altersgruppe, die der Niederbayer wie folgt zusammenfasst: "Möchert scho gern, aber es geht halt nu nix." Johannes wird Hannes' Running Gag.

Hinter den vier Buchstaben "PNYA", im Bühnenhintergrund platziert, verbirgt sich das Motto des Abends: "Paris, New York, Alteiselfing". Fernweh trifft Heimweh. Dort die große weite Welt und Franken, hier zum Beispiel das Oberpfälzer Erbendorf, die Heimat von Schlagzeuger Michael Thomas, wo nach Galileo Galilei die Scheibe zu Ende ist.

Ringlstetter ist top gekleidet, kommt im besten Business-Zwirn. Zeigt, dass er es geschafft hat. Vorbei ist die Zeit, in der er zusammen mit Goldlocke Jochen Goricnik als Hotel- und Straßenmusikant durch Spanien tingelte, bis zur Kanaren-Insel La Gomera, der er einen eigenen, wunderschönen Song gewidmet hat. Seit 17 Jahren sind Ringlstetter und der Österreicher Goricnik befreundet.

Heute steht er im Scheinwerferlicht der Max-Reger-Halle, wirft die Gitarre herum und macht breitbeinig auf Johnny Cash. "Folsom Prison Blues" - und die Weidener geben das Knast-Publikum. "Sie dürfen ruhig ausflippen." Der Abend wird zur Reise durch Momente und Orte. Egal ob "Budapest", ein "Würstlstand" in Wien oder "Einfach so" mal "Niederbayern": Ringlstetters Musik ist erstklassig und hat was von zeitlos.

Ringlstetter plaudert über Straubing, wo er aufgewachsen ist und katholisch sozialisiert wurde. Übers urbane Publikum in den ruralen Dorfdiscos der katholischen Landjugend, wo Koma-Saufen noch Wochenende hieß und wo sich der Reisinger-Sepp nach vier Weizen vor den Mädels zum "Monkey Man", zum Affen, machte. Die Show zeigt viele autobiographische Züge. Vieles ist erdichtet. Die Trennlinie verschwimmt.

Der Mann ist Sänger, Komiker, Schauspieler, Autor und Moderator. Bei ihm und seiner starken Combo ist die musikalische Schubladenzuordnung aufgehoben. Er singt vom "Chillen am Baggersee", vom "Vollmond über Oberammergau", angereichert vom Wolfsgeheule seiner Bandmitglieder. Die Songs überschreiten Genres. Country, Blues, Folkblues, Gipsy - bis hin zur klaren Weiterentwicklung des Rocks. Eine erstaunliche Live-Qualität mit entsprechender Lightshow. Tosender Applaus.

Möchert scho gern, aber es geht halt nu nix.Hannes Ringlstätter über einen Besucher im Pubertätsalter
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