06.03.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hanns-Friedrich Kaiser spielt zum Zehnjährigen der "Max-Reger-Orgel" Feurige Klänge zum Geburtstag

Kleines Jubiläum für ein großes Instrument: Zum Zehnjährigen der "Max-Reger-Orgel" kommen zahlreiche Besucher in die Michaelskirche und hören - natürlich - großartige Orgelklänge.

Ein meisterliches Instrument und ein meisterlicher Organist: Hanns-Friedrich Kaiser spielte zum Zehnjährigen der "Max-Reger-Orgel" in der Michaelskirche. Bild: hbl
von Harald BäumlerProfil

(hbl) 2007 war ein ergiebiges Jahr für den Orgelbau in der Oberpfalz. Acht Neubauten wurden in den Betrieb gestellt, unter anderem in Neustadt/WN. Das größte und wohl auch bedeutendste Instrument aus diesem Jahr steht aber in Weiden, in der Michaelskirche. Ungeachtet des Titels "Max-Reger-Orgel" widerstanden die Verantwortlichen der Versuchung, eine deutsch-romantische Orgel aus der Zeit des Weidener Komponisten zu kopieren. Stattdessen schufen sie ein hochinteressantes Gesamtkonzept, das auch dem Großmeister der Orgelmusik, Johann Sebastian Bach, genügend Klanggestalt zur Verfügung stellt.

Edel, ausgewogen

Der Klang präsentiert sich in allen Registern und Registerkombinationen immer edel, ausgewogen und bietet unzählbare Dynamikschattierungen. Feurig wird es, wenn ein Meisterorganist die Pfeifen am Spieltisch zum Leben erweckt - so wie das der musikalische Hausherr Hanns-Friedrich Kaiser beim Jubiläum macht. Das Programm besteht lediglich aus drei Werken, die es aber in sich hatten. Zu Beginn Bachs BWV 543 in a-Moll - ein leidenschaftliches Präludium, kombiniert mit einer energiegeladenen Fuge. Kaiser ließ die Sechzehntelketten blitzen und entzog sich durch klug angelegte Dynamikabstufungen dem Einheitsplenum vieler Organistenkollegen. Kammermusikalisch durchinszeniert, tänzerisch leicht und ohne manierierte Rubati baute er die Fuge bis zum bezwingenden Schluss auf.

Harald Feller - gern gehörter Gast auf der Weimbs-Orgel von St. Michael - hat 2014 ein Werk für Orgel und Sprecher geschrieben, das (nicht nur junge) Zuhörer an die Orgel heranführen will. Eigentlich. Denn letztlich gelang ihm in gut hörbarer zeitgenössischer Klangsprache eine sympathische Themaverfehlung. Denn junge Menschen wird man damit eher nicht für Orgelmusik gewinnen. In der vortrefflichen und alle spieltechnischen Schwierigkeiten nicht scheuenden Wiedergabe durch Kaiser zusammen mit dem überzeugend auftretenden und gut verständlichen Sprecher Hans Joachim Grajer bot das Werk einen interessanten Einblick in den Klangkosmos der Max-Reger-Orgel. Die Zuhörer erhielten auf diese Weise eine klangliche "Betriebsanleitung" für das Hören der abschließenden "Phantasie und Fuge über den Namen BACH".

Zum Ende natürlich Reger

Regers "Opus 46" gehört zu den beliebtesten Orgelwerken des Oberpfälzer Kompositionsgenies, weil es die Möglichkeit bietet, Aufbau und Zusammenhänge über das unablässig wiederholte Bach-Thema nachverfolgen zu können. Barocke Wurzeln wie in BWV 543 und feinste Registerzusammenstellungen wie bei Fellers Werk erklärt, verschweißt Hanns-Friedrich Kaiser zu einem überzeugenden Ganzen. Nach dem wuchtigen Schluss Stille - bis sich der verdiente Applaus erhebt. In St. Michael sind Organist und Orgel eine untrennbare Einheit.

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