16.02.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Heißmann & Rassau in der Max-Reger-Halle Ein richtiger Schmarre zum Lachen

Volker Heißmann und Martin Rassau: Frankens Antwort auf die "Altneihauser Feierwehrkapelln". Allmächt! Jetzt kommt die Retour-kutsche. Diesmal teilen nicht die Oberpfälzer aus.

Wenn Volker Heißmann (rechts) auf heißen Troubadour macht, heißt es für Martin Rassau nur noch abtauchen. Bild: Helmut Kunz
von Autor UZProfil

In der Max-Reger-Halle spotten die Mittelfranken. Und das beginnt schon bei der Schilderung der nicht ganz unkomplizierten Anreise von Nürnberg nach Weiden, direkt hinterm Viehwagen - "erster Klasse hat's net geben" - per Bahn. "Das will der Oberpfälzer so."

Weiden im Visier

Und die Häme setzt sich beim Spaziergang vom Weidener Bahnhof durch die mannigfaltige Altstadt - "also wo anders heißt's Fußgängerzone" - fort. Vor allem Rassau ist der Schelm, der sich dreist über die hiesige Infrastruktur echauffiert. "Das Nordoberpfalz-Center wird ja irgendwann mal fertig. Der Berliner Flughafen wahrscheinlich früher." Keine Fenster. Das "NOC" könne man ja als Bunker nutzen. "Fügt sich harmonisch ins historische Stadtbild ein."

Und Geschäfte gebe es hier: "Toll, wusste gar nicht, dass es die noch gibt." Als Beispiel nennt er das "City Center". " ,City Center': Das sind zwei Worte, die mit Weiden gar nicht zusammenpassen." Und weiter: "Da is ja nur der Müller drin." - "Gut, wenn Du aus Pirk kommst, dann ist das schon ein Erlebnis. Dann erschlagen dich die Angebote ja förmlich." Was völlig ausreicht. Denn: "Was i net krieg, bestell i halt bei Witt."

Die ersten Minuten irrt Rassau über eine unaufgeräumte Bühne, wartet auf seinen Partner. Offene Stehleiter, am Boden herumliegende Scheinwerfer, andere Lampen hängen mannshoch. Der vermeintliche Hausmeister kommt mit dem Kehrbesen, gibt sich überrascht und will wissen, was Rassau hier sucht. "Na, Show machen." Kurze Überlegung: "Heute beginnt doch erst der Vorverkauf. Die Veranstaltung ist nächstes Jahr."

Keine Kabarett über Politik

Aber wenn man schon mal da ist: Nun überschwemmen Heißmann und Rassau ihr Publikum mit Comedy. "Wenn die Oberpfälzer Frau ihren Mann betrügt, geht sie in den Supermarkt, kauft Kondome und kriegt dafür noch Treuepunkte an der Kasse." Über den Vormarsch der Veganer: "Wird noch soweit kommen, dass ich meine Bratwurstsemmel draußen bei den Rauchern essen muss."

Große Aufregung gibt's beim Standesamt, weil nebenan ein Kollege den neuen Bürostuhl mit Rückfahrgeräusch ausprobiert. "Damit kein Beamter überfahren wird. Das wird EU-Vorschrift." Heißmann: "Wir machen kein politisches Kabarett. Wir machen so einen richtigen Schmarre zum Lachen."

Klamauk seit 35 Jahren

Dann nimmt er sich den Retro-Stil des Josefshauses zur Brust, das seit gefühlten zig-Jahrhunderten geschlossen sei. "Da war ja Josefs Stall in Bethlehem noch besser beieinander." Was habe man früher für fünf Mark nicht alles gekriegt? Heißmann zählt ein wahres Warenlager auf und bedauert: "Heute haben sie überall Überwachungskameras."

Egal ob der Stadtrat die kostengünstige Variante der Zusammenlegung von Seniorenheim, Kindertagesstätte und Tierheim beschließt, ob Heißmann seine neue Hundemarke beim Standesamt abholen will oder ob Waltraud und Mariechen die Osterwoche auf vier Tage reduzieren - "Gründonnerstag, Koa-Freitag, Koa-Samstag, Ostersonntag": Die beiden können Klamauk. Und das seit nunmehr 35 Jahren.

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