Hervé Glatigny und Isabelle Günther singen auf Französisch
Liebe im Chanson

Die französischen Musiker Isabelle Günther und Hervé Glatigny singen Stücke von Jacques Brel bis Patricia Kaas. Bild: esa

Eine Liebeserklärung an Ehefrau, Geliebte, Tochter oder Mond - die Liebe spielt im Französischen Chanson eine große Rolle. Dass die Lieder auch politisch sein können, erfahren die Zuhörer bei einem Konzert des "Duo d'Accord(s)".

Der Abend im Bistrot Paris beginnt mit "Le Chanteur" (Der Sänger) von Daniel Balavoine. Sänger und Gitarrist Hervé Glatigny verkündet: "Er war mein Idol." Zwischen den Chansons erläutert der französische Musiker immer wieder den Inhalt der Lieder, die er und Isabelle Günther präsentieren. Andächtig lauschen die Zuhörer bei "J'entends siffler le train" (Ich höre das Pfeifen des Zuges) von Johnny Hallyday, der kürzlich verstorben ist. Das Stück erzählt von einem jungen Mann, der verreist und sich fragt, ob es nicht besser gewesen wäre, die Freundin ohne Abschied zu verlassen. Auch "Ella, elle l'a" von France Gall präsentieren die beiden - nicht ahnend, dass nur zwei Tage später Gall stirbt.

Politisch wird es mit "Une femme avec une femme" (Eine Frau mit einer Frau) über Homosexuelle und "Les loups" (Die Wölfe), das wohl von den Deutschen während des Zweiten Weltkriegs berichtet. Mit ihrer zarten Stimme singt die Französin Isabelle Günther unter anderem "D'Allemagne" (Über Deutschland). "Mit dem Stück hat Kaas die Welt erobert", sagt Glatigny. Patricia Kaas, die deutsche Wurzeln hat, besingt darin positive wie negatige Erlebnisse in dem Land. Sie spielt auch auf die Lieder "Lili Marleen" (Lale Andersen) und "Göttingen" (Barbara) an, die in Deutschland und Frankreich bekannt sind. Dass Günther nicht nur Sopran, sondern auch die tieferen, kräftigen Töne beherrscht, beweist sie mit Chansons von Kaas und Jacques Brel.

Das harmonische "Duo d'Accord(s)" zeigt an dem Abend auch, dass es nicht immer d'accord geht. Bei "Je l'aime à mourir" (Ich liebe sie bis zum Tod) waren sich die Musiker über die Interpretation nicht einig. Während Glatigny das Chanson als Liebeserklärung von Francis Cabrel an seine Freundin versteht, denkt Günther, dass darin die liebevolle Verbindung Cabrels zu seiner Tochter besungen wird. Das Publikum muss selbst entscheiden, was es hört - und spendet viel Applaus.
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