Hubert Treml erzählt Dickens' "Weihnachtsgeschichte" neu
Scrooge wird zum "Rouchel"

Mit seiner Weihnachtsgeschichte - frei nach Charles Dickens - zog Hubert Treml die Zuhörer in seinen Bann. Bild: Kunz

Einfälle hat er, der Hubert Treml. Das muss man ihm lassen. Übersetzt die englische "Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens ins Oberpfälzische, tauft den "Titelhelden" Ebenezer Scrooge kurzerhand in Eberhard Rouchel um, und hat in Kombination mit zwei, drei Songs ein abendfüllendes Programm.

So geschehen am Freitagabend in der Regionalbibliothek. Dorthin hatte der Regensburger Singer/Songwriter, Schauspieler, Bruce-Springsteen-Fan, Dichter und Barde zur Weihnachtslesung geladen. Ein Geschäft hatte er, Geldhändler war er: Nicht Treml, sondern "Der Rouchel". Im Allgemeinen fügte sich Tremls Geschichte ins Korsett von Dickens ein.

Nur die Namen änderte er. Tiny Tim Cratchit hieß bei Treml Beppi Kramer. Im Grunde ging es in der Story darum: Wird Beppi das nächste Weihnachtsfest noch erleben oder nicht. Tiny Tims Vater war der Kramer Sepp, Rouchels Angestellter und unbeachteter Buchhalter. Und dann gab's die drei Geister der ehemaligen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht, die den Geizhals kurierte.

Beim ersten Geist erlebte der Rouchel seine eigene Kindheit, allein in seine Phantasiewelt versenkt. Der zweite Geist zeigt ihm die Gegenwart. Einen kranken Beppi, einen fröhlichen Neffen. Der dritte Geist bringt Rochel vor Augen, wie sich die Erben um den Nachlass streiten, und dass keiner sein Grab pflegt. Natürlich will der Rouchel Abhilfe schaffen, dreht den Spieß um und wir damit zum beliebten Weihnachtsgast. Die Pausen füllte Treml mit Songs auf der Gitarre. Einer ging um einen Tante-Emma-Laden und die Wehmut, die mitschwang, als dieser schließen musste. "Das war in a Zeit, als der Kirschenlutscher noch zwei Pfennig gekostet hat."
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