Hubert Treml und Franz Schuier am Rosenmontag in der "Regi"
"I bin a Oberpfälzer Superstar"

Ein Oberpfälzer Superstar. Frei interpretiert nach dem Insterburg-&-Co.-Klassiker: "Diese Scheibe ist ein Hit, wann bekommt ihr das endlich mit?" Hubert Treml (rechts) und sein Kumpel Franz Schuier in Action. Bild: Kunz

Wie es sich anfühlen könnte, ein Star zu sein, weiß Hubert Treml ganz genau. Halt ganz anders als bei ihm. Seit 2004 ist er auf der Jagd nach der Hit-Single, glaubte damals mit seiner Nummer "Moidl as Pentling" den großen Wurf zu machen. Nix war's.

Nix als Seifenblasen, hätten STS gesungen. Treml fährt am Rosenmontag in der ausverkauften Regionalbibliothek die Depri-Schiene. "I bin a Superstar. Schreibt's das!" Gut, tun wir ihm halt den Gefallen. Also: "Hubert Treml ist ein Oberpfälzer Superstar."

Wer allerdings mit Tremls Vornamen Mädels aufreißen wollte, tat sich damals, als sich der schüchterne Bursch an die Seite des Pentlinger Moidls im Bus der Linie 8 sehnte, schon äußerst schwer. Peter Cornelius lässt grüßen. Aber der hatte mehr Erfolg. Der hieß ja auch Peter. "Du entschuldige, ich bin der Hubert!" Damals ein absolutes No-Go auf dem Singlemarkt, glaubt man dem gebürtigen Weidener. Seine Erkenntnis: "Das war Sch ...".

Inzwischen ist er selbstsicher geworden. Vorname Hubert? Egal. Aber das schöne, das nette Madl, ist halt nimmer da. Eine vertane Chance. Treml begeistert an der Seite des am Montag finger-ramponierten Franz Schuier das Weidener Publikum, das allerdings nur in Bruchstücken aus der Max-Reger-Stadt stammt. Eine Umfrage zeigt: Vier Fünftel kommen aus dem Umland. Oder trauen sich die Weidener einfach nur nicht, den Finger zu heben?

Es ist ein typisches Treml-Mitmach-Konzert. Die Leute sollen klatschen, den Refrain singen. Es ist aber auch eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt Weiden. "I stamm as der Wei'n" erinnert an Tremls erstes vergeigtes Rendezvous am Fischerberg, an den Boulevard seiner Kindheit, die Bürgermeister-Prechtl-Straße, und an die vielen Erlebnisse zwischen Fichtenbühl und Hammerweg.

Seine beiden Brüder sind da. Mit ihren Frauen und einem Neffen. Seine Fans. "Ist jemand nicht mit mir verwandt?", fragt er keck ins Publikum. "Tränenlieder aus der Küche" hat er mal gesungen. Über damals, als er in der Anton-Wurzer-Straße wohnte. Als er seine erste musikalische Erweckung hatte. Aufgewachsen sei er mit dem elterlichen Plattenschrank. Mit Udo Jürgens und Heintje. Bis er in einer Weihnachtsnacht beim Großcousin seine kindliche Unschuld verlor. Treml hat dieses Erlebnis in Musik gepresst. Der Song heißt "Beatles am Balkon" - eine Ode an seinen musikalischen Aufbruch. Dann macht er sich wieder Gedanken darüber, ob er den richtigen Job gewählt hat. Er arbeite in einer Branche, wo es nur ums Aussehen geht, wie er im Lied "Schei sa schad net" besingt. Auch hier ringt sich sein neues Selbstbewusstsein durch. Denn: "I selber bestimm, wia schei i bin." Der Abend geht weiter. Vieles kennt man. Einiges ist neu. Die Show ist kurzweilig, frei nach Tremls Motto: "Eins, zwei, drei - und scho is wieder vorbei."
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