Jens Zörner übernimmt - Neues Stück "Bestätigung" für Frühjahr geplant
"Schauspielweiden": Das Theater geht weiter

Jens Zörner. Bild: hfz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
05.12.2016
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Der wichtigste Mann ist gegangen, doch das Theater bleibt. Auch nach dem Tod von Leiter Stephan Brunner im März wird es mit "Schauspielweiden" weitergehen.

Die Fäden hält nun Jens Zörner in der Hand, der bislang vor allem als Regisseur wirkte. Er hat bereits ein neues Stück ausgewählt und neue Kontakte geknüpft. Das Wesentliche, sagt er, wird aber beim Alten bleiben. "Für unser Publikum wird sich nichts ändern. Unser künstlerisches Konzept - spannende Orte, brisante Themen, starke Schauspieler - bleibt das gleiche."

Zörner war neben Brunner die zweite Konstante beim "Schauspielweiden". Regelmäßig führte er Regie, zuletzt bei "Das Meeting" (2015). Künftig wird er auch Brunners Aufgaben übernehmen - Stücke auswählen, Spielorte finden, Sponsoren bezirzen und, und, und. Er habe sich nach einiger Zeit dazu entschieden, "weil es noch immer Spaß macht" und weil Weiden - auch wenn er sonst in Potsdam lebt - für ihn "Heimat geworden ist". Der 51-Jährige hat dafür den Kontakt mit Schauspielern am Leben gehalten. Vor allem aber hat er inzwischen auch in Weiden vorgefühlt. Und das mit einigem Erfolg.

Er traf nicht nur Mitglieder eines informellen Freundeskreises, der sich gebildet hat, um das "Schauspielweiden" vor Ort zu unterstützen. Sondern - und das unterscheidet ihn vom Einzelkämpfer Brunner - er fand auch Kooperationspartner. Einer sei die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, wo es Aufführungen des neuen Stücks geben solle. Ein anderer ist die Kulturbühne.

Kulturbühne interessiert

Dort zeigt man sich grundsätzlich interessiert, Stücke des "Schauspielweiden" ins Programm aufzunehmen. Schließlich stehe die Truppe für eine gewisse Tradition, vor allem aber für "etwas Alternatives, das die Theaterlandschaft bereichert", wie Veit Wagner, Vorsitzender der "Freunde der Kulturbühne", sagt. Für Zörner hätte das den Vorteil, "dass wir ein bisschen näher an die offizielle Weidener Kultur heranrücken". Denn das alte Problem des "Schauspielweiden", mit dem auch Brunner schon alle Jahre zu kämpfen hatte, hat auch er geerbt: Eine festgeschriebene öffentliche Förderung gibt es nicht. Allerdings, so Zörner, habe er in einem Gespräch mit Oberbürgermeister Kurt Seggewiß wertvolle Tipps und Kontakte bekommen. Mit dem Ergebnis, dass sich ein erster Großsponsor gefunden habe.

Diesen - und weitere - will er mit dem Ein-Personen-Stück "Bestätigung" des britischen Performers Chris Thorpe locken. Es zeichnet die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Positionen nach. Was zu radikalen Fragen führt, auch an jeden im Publikum selbst. "Ich glaube, dass keiner aus dem Stück genauso wieder herausgeht, wie er reingekommen ist", sagt Zörner. Das Ganze sei "ein Stresstest für unser politisches Bewusstsein". Und natürlich hochaktuell. Weshalb der Regisseur es möglichst früh - vielleicht ab April - zeigen will.

Nicht das letzte Mal

Zehn Aufführungen seien angedacht. Der Schauspieler stehe auch schon fest: Michael Hase (unter anderem "Das Meeting", "Die Präsidentinnen", "Bash"). Offen ist noch, wo gespielt wird. Markenzeichen des "Schauspielweiden" waren ja die oft ungewöhnlichen Orte wie der frühere Hertie ("Pizza Man", 2013) oder die ehemalige Augustiner-Kirche ("Henry/Georg/Krieg", 2014). Zörner hat auch für "Bestätigung" einen durchaus spannenden Ort angedacht, aber noch keine Zusage.

Wie auch immer, wo auch immer: Es soll nicht die letzte Suche nach einem alternativen Theatersaal sein. Auch das neue "Schauspielweiden" sei auf Dauer angelegt, sagt Zörner. "Solange uns die Leute unterstützen und kommen, machen wir das auch weiter."
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