12.02.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Junge Streicher absolvieren Meisterkurs beim Kodály Quartett Haydn-Spaß mit Nachwuchs

Das "Kodály Quartett" ist ein weltweit gefeiertes Streichquartett. Doch bevor es dank des Förderkreises für Kammermusik in Weiden auftritt, widmet es sich dem Nachwuchs. Vier junge Weidener besuchen bei den Künstlern einen Meisterkurs, holen sich erst reichlich Tipps und später den Applaus ab.

Attila Falvey, Violinist beim Kodály Quartett bringt den Mitgliedern des Streichquartetts, Lotte Armbrüster sowie Antonia, Lukas und Leonard Wechsler, den letzten Schliff für den Auftritt am Abend bei. Bild: Kunz
von Helmut KunzProfil

(uz) "Dass das 'Kodály Quartett' im Rahmen seiner Welttournee anlässlich seines 50-jährigen Bestehens nach Weiden kommt, ist schon ein großer Erfolg. Dass die Künstler nun auch noch einen Meisterkurs abhalten, ist für uns eine große Ehre", versichert Christoph Thomas, Vorsitzender des Förderkreises für Kammermusik. Dies alles habe sicherlich auch mit dem ständigen Bestreben des künstlerischen Leiters Dr. Harald Roth zu tun, dass den Musikern Weiden in besonderer Erinnerung bleibt und sie gerne in die Max-Reger-Halle wiederkehren.

Neben den Konzertbesuchern profitieren davon die jungen Musiker Lotte Armbrüster sowie Antonia, Lukas und Leonard Wechsler aus Weiden. "Ein Meisterkurs mit einem der weltbesten Streichquartette ist schon etwas Besonderes", findet Lukas Wechsler. Dabei haben er und die anderen schon einige kammermusikalische Erfahrungen gesammelt. Die aber werden am Freitag beim Meisterkurs noch kräftig ausgebaut.

Alles gleich umsetzbar

Mit Unterstützung des Weidener Cellisten und Vorstandsmitglieds des Förderkreises Janusz Skutella fanden sich insgesamt zwei Streichensembles, die bereit waren, Stücke für den Meisterkurs einzustudieren. Neben dem Weidener Quartett war auch ein Quintett aus dem Großraum Bayreuth mit von der Partie.

Zunächst übten die Ensemblemitglieder ihre Stimmen einzeln, seit Weihnachten traf man sich dann zu regelmäßigen gemeinsamen Proben, immer mit Unterstützung von Janusz Skutella. Beim Meisterkurs am Freitag ist es für Antonia Wechsler besonders interessant zu sehen, welche Tipps die "Profis" ihnen in relativ kurzer Zeit geben und dass diese dennoch gleich umsetzbar sind. Für alle vier Streicher gleichermaßen ist die Umstellung auf den großen Saal überraschend.

Dies bemerkt auch der erste Violinist des "Kodály Quartetts". Obwohl der Saal und die Bühne sehr groß seien, könne man sehr intim und gemeinschaftlich musizieren, meint Attila Falvay. Die Verbesserungsvorschläge habe keiner der jungen Musiker als Kritik aufgenommen, sondern gleich in den Werken umgesetzt. Die Optimierung des Zusammenspiels ist schließlich für alle Zuhörer des Meisterkurses deutlich hörbar. Obwohl das Niveau schon anfangs gut war, kann eine Steigerung festgestellt werden. Man sehe also, man könne nie auslernen, betont Christoph Skutella, der beim Förderkreis unter anderem für das Projekt "JiM" (Jugend im Meisterkonzert) zuständig ist.

Das Highlight für die beiden jungen Streichensembles ist schließlich sicherlich die Möglichkeit, am Abend vor dem Konzert des "Kodály Quartetts" in der voll besetzten Max-Reger-Halle aufzutreten. Denn das Engagement der jungen Musiker muss gewürdigt werden, so der Anspruch. Und der wird auch erfüllt.

Beifall als Lohn

Der große Applaus für das vom Streichquintett gespielte Allegro und Menuetto aus dem kleinem Divertimento von Mozart und das vom "Wechsler-Quartett" intonierte Finale aus dem Quartett in h-Moll von Joseph Haydn sind ein deutlicher Beweis dafür, dass junge Musiker nicht nur als Zuhörer im Konzertsaal erwünscht sind, sondern eben auch als Künstler auf der Bühne.

Jugend gratis im Meisterkonzert: Projekt mit Wirkung

Die vom Förderkreis für Kammermusik organisierten Weidener Meisterkonzerte sind nunmehr in der 56. Saison Garant für hochkarätige, besondere klassische Konzerte. Das Projekt "JiM" (Jugend im Meisterkonzert) ermöglicht es jungen Schülern der Musik- und allgemeinbildenden Schulen, kostenlos die Meisterkonzerte zu besuchen.

Das zeigt Wirkung, meint Förderkreis-Vorsitzender Thomas Christoph: Die gute Mischung des Publikums und der überdurchschnittlich hohe Anteil junger Klassikfreunde erfreue nicht nur die Künstler, sondern wird auch von den Zuhörern, die das erste Mal ein Konzert in Weiden besuchen, gelobt und als außergewöhnlich gewürdigt. (uz)

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