29.03.2018 - 14:52 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Krimi-Lesung mit Horst Eckert Einer, der mehr als nur fesselt

Der Krimi-Freund hat es schwer: Ihm bietet sich ein regelrechter Dschungel aus vielen guten und leider auch vielen weniger guten Geschichten. Auf Horst Eckert ist dagegen seit vielen Jahren Verlass, er bürgt für herausragende Spannung.

Mit seinem neuen Thriller "Der Preis der Todes" begeistert Horst Eckert die Zuhörer bei seiner Lesung in der Weidener Buchhandlung Stangl & Taubald. Bild: Stiegler
von Holger Stiegler (STG)Profil

Es ist ein Heimspiel für Horst Eckert am Mittwochabend in der Buchhandlung Stangl & Taubald: Er wohnt und arbeitet zwar seit über 30 Jahren in Düsseldorf, geboren ist er aber Weiden und aufgewachsen in Pressath. Ein echter Oberpfälzer also - und dazu noch ein Autor, der in der deutschsprachigen Thriller-Liga ganz vorne mitspielt.

In seinem neuen Buch "Der Preis des Todes" - mittlerweile der 16. Roman - verknüpft er die Themen Lobbyismus, politische Machenschaften und Organhandel zu einer spannenden Handlung - und hat dabei auch immer die persönliche Geschichte der Hauptpersonen im Blick. "Ich wollte immer Personen, die mit dem Fall verwoben sind", erklärt Eckert. Im Zentrum des Thrillers steht die Talkshow-Moderatorin Sarah Wolf, deren Lebensgefährte Christian Wagner, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und ehemaliger Lobbyist, auf mysteriöse Art und Weise ums Leben kommt. Wolf fängt selbst zu ermitteln an, da sie nicht an einen Selbstmord Wagners glaubt. Dabei rückt auch ein Flüchtlingslager in Kenia in den Mittelpunkt ihrer Untersuchungen. Und Wolf dringt nicht nur tiefer in das Gestrüpp aus politischen Verflechtungen vor, sondern begibt sich auch selbst in Lebensgefahr.

Intensiver Einblick

Horst Eckert hat für seine Lesung Textabschnitte gewählt, die einerseits einen kurzen, aber intensiven Einblick in die Geschichte vermitteln, andererseits auch neugierig darauf machen, wie es weitergeht. Eine Stärke in Eckerts Schreiben liegt zweifellos in der ungekünstelten, bisweilen auch nüchternen Sprache. Damit gelingt ihm eine Charakterisierung und Beschreibung der Protagonisten, die diese wohlvertraut erscheinen lassen: Zum Vorschein kommen Typen - in diesem Fall Journalisten und Politiker - die an vielen Stellen zu finden sind und die jeder kennt, ohne sie bei konkreten Namen nennen zu müssen.

Bislang, so Eckert, habe er nie einen Journalisten zur Hauptperson gemacht, da er ja selbst jahrelang diesen Beruf ausgeübt hatte. "Ich wollte keinen Alter Ego erfinden", so Eckert. Nun, nach über 15 Jahren, habe er hier keine Berührungsängste mehr. Und es sei auch sein Bestreben, etwas genauer hinzuschauen bei den Polittalks, die es im Fernsehen gibt. "Darin geht es leider nie darum, dass sich Standpunkte auch einmal annähern", sagt Eckert.

Neuer Thriller geplant

Ob sein neuer Thriller ein "Stand-Alone" bleibt oder sich daraus eine Reihe entwickelt, kann der Autor jetzt noch nicht sage. Zumindest sein kommendes Buch wird wieder ein ganz anderes Thema haben, wie er schon verrät: Darin kommt auch Vincent Veih, der "Held" aus den Romanen "Schwarzlicht", "Schattenboxer" und "Wolfsspinne", wieder vor - allerdings nicht als alleinige Hauptfigur, wie Eckert betont. So wie für "Der Preis des Todes" dürfte aber auch dann der Spruch gelten, der ursprünglich auf Edgar Wallace gemünzt war: "Es ist unmöglich, nicht von Horst Eckert gefesselt zu sein!"

Wer Eckert noch in der Oberpfalz lesen hören will, hat noch zweimal die Gelegenheit: Am 16. Mai liest er in der "Vestn" in Pressath (20 Uhr) und am 17. Mai im Capitol in Sulzbach-Rosenberg (19.30 Uhr) aus seinem neuen Werk vor.

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