Krönender Abschluss
In der „Sünde“ gehen die Lichter aus

"A Tale of Golden Keys", das sind drei Mann, Gitarre, Bass und Drums. Mehr ist nicht nötig, um die Zuhörer in der Sünde in den Bann zu ziehen. Bild: otj
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
01.01.2017
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Am Freitagabend gingen in der "Sünde" im Josefshaus die Scheinwerfer zum letzten Mal aus - allerdings ein bisschen verfrüht. Während des Gigs von "A Tale Of Golden Keys" wurde es kurzzeitig zappenduster. Aber egal - es war ein würdiger letzter Paukenschlag einer grandiosen Konzertsaison 2016.

Die Band aus Nürnberg tritt in Weiden - zum wiederholten Mal - den Beweis an: Drei Mann, Gitarre, Bass, Drums und hin und wieder Tasteninstrumente - das genügt, um ordentlich Gas zu geben und so die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuhörer zu bekommen.

Kleine, aber feine Melodien

Der Sound des Trios wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Indierock und Pop-Appeal. Mal setzt es einen satten Satz Prügelgitarren, mal schmeicheln kleine, aber feine Melodien dem Ohr. Das Songwriting lässt Raum für viele Bewusstseinszustände: von sommerlich warm bis herbstlich-melancholisch.

Mal swingt das Publikum lässig mit, mal lässt es sich bereitwillig in den Bann der Band ziehen. Ihre Homebase hat die Band in Nürnberg, dort entstehen urbane Geschichten und Melodien für ganz große Gefühle und die kleinen Widrigkeiten des Lebens. Dort entstand auch der erste Longplayer der Band: "Everything Went Down As Planned." Im Studio holte sich die Band zur Basis-Instrumentierung noch Support von einer warm-wabernden Orgel und einem virtuos gespielten Klavier zur Seite. Das funktioniert live auch, der Wechsel der Instrumente hat aber auf der Bühne mitunter Ähnlichkeit mit "Reise nach Jerusalem". Aber das nur am Rande.

Das größte Kapital von "A Tale Of Golden Keys" ist der Gesang - feinfühlig, kraftvoll, still und zerbrechlich. Schön zu beobachten, wie der Bassist jeden Song vom Anfang bis zum Ende unhörbar mitsingt, auch wenn gerade keine Mehrstimmigkeit angesagt ist. Wie verdammt gut die Band im Vocal-Bereich ist, zeigt die Zugabe, die sie inmitten des Publikums gänzlich unplugged und mehrstimmig geben.

Wieder auf der Suche

Für das perfekte Warm-up hat das "Sündikat" kurz vor Schluss die exzellente Nürnberger Band "A Careless Spark" eingeladen. Die Musiker gehen mit mächtig Druck nach vorne. Der Sound ist gitarrenlastig, verzichtet aber auf Endlos-Soli und Feedback-Unwetter.

Und schließlich doch: Finito, Ende, das war's für die "Sünde 2". Der Pop-Up-Club zieht aus. Aber nur, um das Nomadenleben fortzuführen und die Fangemeinde 2017 an einen neuen Ort zu locken. Es bleibt, Glück und einen neuen magischen Ort zu wünschen - im Sinne einer lebendigen Subkultur.
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