02.03.2018 - 13:51 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Künstlerin Irina Titova zeigt ihre Sandmalerei in Weiden Sand-Königin

Irina Titova wird weltweit als "Queen of Sand" gefeiert. Im April nimmt die 27-Jährige Sandmalerin die Weidener mit auf eine fantasievolle Weltreise. Im Vorfeld hat die Künstlerin der Redaktion erzählt und gezeigt, was hinter ihrer Sandkunst steckt.

von Sonja Kaute Kontakt Profil

Eine beleuchtete Glasplatte, Sand, eine Kamera und ein Beamer: Das sind die Zutaten, die Irina Titova für ihre Sandmalerei benötigt. Doch das, was sie mit ihrer Kunst bewirkt, hinterlässt nicht nur auf der Glasplatte Spuren.

Sind Sie zum ersten Mal in Weiden?

Irina Titova: Ja. Ich hatte auch noch keine Möglichkeit, mir die Stadt anzusehen,. Aber vielleicht gehen wir gleich noch auf ein Zoigl in die Stadt.

Sie haben Pädagogik und Kunst studiert. Wie sind Sie zur Sandkunst gekommen?

Ich habe neben meinem Studium Kunsttherapie mit autistischen und tauben Kindern gemacht. Teil der Therapie war das Spielen mit Sand. Das hilft den Kindern, sich zu entspannen. Durch einen Fehler wurden für die Therapie beleuchtete Rahmen geliefert. Da habe ich zum ersten Mal versucht, mit Sand zu malen. Und ich habe mich gleich darin verliebt. Ich fing an, stundenlang zu malen und nach einem Jahr bin ich zum ersten Mal aufgetreten. Das war vor neun Jahren.

Irina Titova malte für Oberpfalz-Medien unter anderem eigens Motive aus Amberg und Weiden:

Die Menschen reagieren oft emotional auf Ihre Bilder. Kann Sandmalerei uns etwas lehren?

Ja, sie kann uns sehr viel beibringen. Vor allem, dass sich alles verändert. Meine Bilder verändern sich stetig. Das ist eine schöne Parallele zu unserer Welt und unserem Leben: Alles verändert sich, nichts ist für immer. Aber auf eine gute Art. Man muss die Schönheit und jeden Moment im Leben wertschätzen. Sie zerstören die Bilder gleich nach ihrer Entstehung. Tut Ihnen das manchmal leid?

Nein. Vielleicht habe ich diese Art von Kunst gewählt, weil ich die Veränderung mag. Ok, manchmal tut es mir schon leid. Aber man kann die Bilder ja festhalten, in Videos oder Fotos. Bei den Live-Auftritten ist jede Performance und jedes Bild einzigartig. Weil zum Beispiel nur 300 Leute die Bilder beim Auftritt sehen. Die Bilder sind nie gleich. Daher ist das etwas sehr Persönliches für mich und für das Publikum.

Was motiviert Sie, diese Art von Bildern zu malen?

Das ist meine Art der Kommunikation. Jeder wählt einen Weg, sich auszudrücken. Für mich ist die Sandmalerei der Weg, der Welt etwas mitzugeben. Arbeiten Sie noch therapeutisch mit Kindern?

Das würde ich gerne. Ich denke darüber nach.

Wie haben die autistischen Kinder auf die Sandmalerei reagiert?

Das ist ein sehr interessantes Thema. Autistische Kinder sind meistens nicht gut in Kunst und darin, sich frei auszudrücken. Kunsttherapie hilft ihnen, sich zu öffnen und zu entspannen. Sie malen allerdings nicht gerne. Aber beim Sandmalen haben sie verstanden, dass sie etwas erschaffen können. Das war für sie eine ganz neue Erfahrung.

Was dürfen die Menschen von der Show in Weiden erwarten? Zwei sehr schöne Stunden. Ich werde sie auf eine Reise um die Welt mitnehmen, mit wirklich schöner Musik. Es dreht sich alles um die Bilder, die Musik und die Geschichte. Die Erzählstimme von Joachim Kerzel macht die Show zu einer Art Hör-Cartoon.

Ihre Bilder gehen fließend ineinander über. Das ist sehr faszinierend anzusehen.

Das mögen viele Menschen am meisten. Es gibt viele dieser Szenen in der Show. Und das macht sie zu einer Art Spiel. Die Leute wissen anfangs nicht, was ich male, fangen an zu raten. Dann wird das Bild klarer. Aber ich kann die Geschichte schnell wieder ändern. Und dann gibt es doch einen Moment der Wiedererkennung. Das ist immer sehr schön.

Irina Titova in Weiden

So funktioniert die Sandkunst: Irina Titovas „Malfläche“ ist eine von unten beleuchtete, weiße Glasplatte. Auf diese verteilt sie den Vulkan- und Flusssand und zeichnet mit ihren Fingern die Motive in den Sand. Das Geschehen auf der Glasplatte wird per Beamer auf eine Großleinwand übertragen und so für das Publikum sichtbar. Die Bilder, die die 27-Jährige malt, gehen dabei fließend ineinander über. Die aktuelle Show „In 80 Bildern um die Welt“ ist an die Reise von Jule Vernes angelehnt. Die sich verändernden Bilder sind eingebettet in einen internationalen Soundtrack. Joachim Kerzel – Synchronstimme unter anderem von Robert de Niro – erzählt die Geschichte zu den Bildern. Aus der Sandkunst, der zu den Bildern passenden Musik und der Erzählung entsteht eine beeindruckende Theatershow. Termin in Weiden: „In 80 Bildern um die Welt“ ist am Mittwoch, 18. April, im Evangelischen Vereinshaus in Weiden zu sehen. Einlass ab 19 Uhr, Beginn 20 Uhr. Tickets können Sie online unter www.nt-ticket.de bestellen oder bei allen NT-Ticket-Vorverkaufsstellen erwerben. Website von Irina Titova: www.sandsation.show

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