14.09.2017 - 16:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Landestheater Oberpfalz (LTO) intensiviert Theaterpädagogik mit neuer Sparte und neuem Personal Theater-"Virus" weitergeben

Kinder und Jugendliche noch intensiver, spielerischer und professioneller an das Thema Theater heranführen - das hat sich künftig das Landestheater Oberpfalz (LTO) zum Ziel gesetzt. Dazu wird jetzt die eigene Sparte "Junges LTO" gegründet und mit dem Theaterpädagogen Julian Struck auch personell aufgestockt.

LTO-Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer (links) stellte in der Weidener Regionalbibliothek die neue Sparte "Junges LTO" und den neuen Theaterpädagogen Julian Struck vor. Bild: Stiegler
von Holger Stiegler (STG)Profil

Die Stoßrichtung ist für LTO-Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer ganz klar. "Wir haben uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, jeden jungen Menschen in der nördlichen Oberpfalz zumindest einmal im Schülerleben mit Theater in Kontakt zu bringen", sagt Meidenbauer am Donnerstag beim Pressegespräch in der Regionalbibliothek Weiden. Also genau an jenem Ort, an dem am 12. Oktober die Herbstspielzeit mit dem Schauspiel "Malala - Mädchen mit Buch" von Nick Wood beginnt.

Hochwertiges Angebot

Bereits in der vergangenen Spielzeit habe man mit den verschiedenen Angeboten über 12 100 Kinder und Schüler erreicht, betont Meidenbauer. Dies gelinge in erster Linie durch das Angebot qualitativ hochwertiger Theatererlebnisse zum Zuschauen, aber auch als Mitspieler in Kinderkursen oder dem Burgfestspiel-Märchenensemble, als Teilnehmer theaterpädagogischer Projekte und dergleichen mehr. Die bisherigen Angebote, so Meidenbauer, gelte es zu strukturieren und auszubauen. Mit der Sparte "Junges LTO" solle nun "eine Tür aufgebrochen werden", um jungen Menschen eine Gestaltungsoption auch ihrer Freizeit aufzuzeigen. Mit einer gehörigen Portion Idealismus gehen die Verantwortlichen ans Werk, wie aus den Äußerungen Meidenbauers deutlich wird: "Es ist ganz klar: Mit Theater für Kinder und Jugendliche ist kein Geld zu verdienen."

Neue Broschüre

Theaterpädagogisch sei auch bisher von Doris Hofmann schon sehr viel geschehen, so der Geschäftsführer. Künftig werde in diesem Bereich mit dem "Neuen" Julian Struck ein Duo tätig sein. "Theater ist ein Virus, eine positive Droge ohne Nebenwirkungen", sagt Struck. Der 35-jährige Hamburger ist ausgebildeter Schauspieler und Regisseur, zudem ist er seit geraumer Zeit als Theaterpädagoge tätig. Als Medienkünstler arbeitet er an der Schnittstelle zwischen Theater und Film.

Mit einer neuen Broschüre "Das spielende Klassenzimmer" richtet sich das "Junge LTO" an Grundschulen, weiterführenden Schulen und Theatergruppen für Kinder und Jugendliche. "Wir wollen aktiv an die Einrichtungen herangehen", betont Struck. Vieles sei hier bisher nur sporadisch erfolgt. Wesentliche Bausteine seien Themenworkshops für Schüler und Lehrer, die Begleitung einer Produktion als Patenklasse, der Besuch einer Vorstellung mit anschließender Diskussion, Beratung und Unterstützung bei der schulinternen Theater-AG oder die Teilnahme am Schultheaterfestival des LTO.

Julian Struck wird man aber nicht nur als Theaterpädagoge erleben, sondern auch als Schauspieler: Im Drei-Personen-Stück "Martinus Luther - Anfang und Ende eines Mythos" (Premiere am 31. Oktober) von John von Düffel übernimmt er die Rolle des jungen Martin Luther.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.