06.07.2017 - 17:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

LTO stellt neues Programm vor Jugend für das Theater begeistern

Das Landestheater Oberpfalz gründet eine neue Sparte. Es fasst als "Junges LTO" die Angebote für Kinder und Jugendliche zusammen. Die Förderung des Nachwuchses hatte schon einen hohen Stellenwert bei der Stadtbühne Vohenstrauß, aus der dann der Leuchtenberger Sommer aufblühte. Das LTO schreibt diese Entwicklung in diesem Herbst fort.

Das Landestheater Oberpfalz startet ab Oktober in die neue Spielzeit. Bei der Programmvorstellung freuten sich (von links) Sabine Guhl (Leiterin der Regionalbibliothek), Reinhard Kausler (Vorsitzender Stadtbühne Vohenstrauß), Till Rickelt (Künstlerischer Leiter), Wolfgang Meidenbauer (LTO-Geschäftsführer), Lothar Höher (Bürgermeister der Stadt Weiden), Arnold Kimmerl (stellvertretender Landrat von Schwandorf) und Barbara Mädl (Landratsamt Neustadt/WN und LTO-Beirat) über die neuen Stücke. Bild: Schönberger
von Rudolf BarroisProfil

Weiden. Bei der Vorstellung des Programms für Herbst 2017 und Frühjahr 2018, das mit 64 Aufführungen weiterhin in der ganzen Oberpfalz zu sehen sein wird, freut sich LTO-Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer am Donnerstag in der Regionalbibliothek über die positive Entwicklung, die das Unternehmen nimmt. Mit dem "Jungen LTO" und einem erweiterten Rahmenprogramm, das Zuschauern mehr Informationen zu den Stücken bietet, wird die Theaterarbeit konsequent fortgesetzt. Das Landestheater hat inzwischen Verbindung zur Kulturbühne Weiden aufgenommen um, wie Dramaturgin Tina Lorenz mitteilt, in Podiumsdiskussionen über gesellschaftlich relevante Themen zu sprechen.

Beim "Junges LTO" werden unter dem Stichwort "Theater in der Schule" Workshops als "spielendes Klassenzimmer" und Lehrerqualifizierung geboten. Ferner sollen ganzjährig Kinderkurse stattfinden. Solche Veranstaltungen haben schon in den Achtziger Jahren reiche Früchte getragen und dem Ensemble den Nachwuchs gesichert. Ferner wird das Kinder- und Jugendensemble für das jährliche Familienstück bei den Burgfestspielen noch mehr gefördert. Die jungen Leute nehmen gesellschaftliche Themen in ihre Arbeit mit hinein. Ergebnis soll ein professionelles Theater für Kinder und Jugendliche in der Region sein.

Das Streben nach Idealen, passend zu den Bemühungen um das junge Theater, seht als Leitmotiv über dem Programm 2017/2018. Mit der Geschichte der Malala Yousafzai, die als jüngste Frau der Welt mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, beginnt die Saison. Die damals 15-Jährige geriet ins Fadenkreuz der salafistischen Taliban, weil sie über ihren verbotenen Schulalltag schrieb. Sie wurde auf dem Schulweg beschossen und schwer verletzt. Nick Wood hat ein Einpersonenstück daraus gemacht. "Malala - Mädchen mit Buch" hat am Donnerstag, 12. Oktober (20 Uhr) in der Weidener Regionalbibliothek Premiere. Bereits am Sonntag, 8. Oktober (11 Uhr), bietet das LTO eine Einführung an.

John von Düffel zeigt in seinem Stück "Martinus Luther - Anfang und Ende eines Mythos " ein Persönlichkeitsbild des Reformators in seiner ganzen Vielschichtigkeit. Es ist die Geschichte des jungen Bettelmönchs Martinus der sein Leben Gott geweiht hat und dann zum furchtlosen Kämpfer gegen die moralische Korruption in der Amtskirche wird. Im Alter wird der Reformator zu einem verbitterten Mann. Von Düffels Stück hat am Dienstag, 31. Oktober (20 Uhr) , in der Regionalbibliothek Premiere. Einführung am Sonntag, 29. Oktober (11 Uhr).

Der junge Gestalter Rodolfo träumt von einem Wesen, das fliegen kann wie ein Vogel und schön ist wie eine Blume. Eine solche Erfindung ist aber verboten. Man setzt ihn in eine triste Insektenwerkstatt. Zwischen Spinnen und Krabbeltieren kommt ihm eine wunderbare Idee. Der Reichtum der Natur und die Kunst, sie mit anderen Augen zu sehen, ist das Thema des Familienstücks "Werkstatt der Schmetterlinge" nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Gioconda Belli und Wolf Erbruch, das am Samstag, 25. November (16.30 Uhr) , in der Regionalbibliothek Premiere hat.

Klassisch wird es am Donnerstag, 25. Januar 2018 (20 Uhr) : In der Regionalbibliothek wird Johann Wolfgang von Goethes "Die Leiden des jungen Werther" nach dem gleichnamigen Briefroman des Dichters gespielt. Der junge Werther ist in die Tochter eines verwitweten Amtmanns verliebt. Die Angebetete ist aber bereits mit dem braven Albert verlobt. Der junge Mann muss schließlich erkennen, dass für ihn in der Beziehung des Mädchens zu ihrem Verlobten kein Platz ist. Er sieht nur einen Ausweg. Goethes berühmter Briefroman löste bei seinem Erscheinen Modetrends und eine regelrechte Selbstmordwelle aus. Einführung: Sonntag, 21. Januar (11 Uhr).

Eine bitterböse musikalische Komödie ist das Musical "Elternabend" am Samstag, 17. März (20 Uhr) , in der Stadthalle in Neustadt/WN. Ein neuer Erzieher und ein Kreis von Müttern und Vätern geraten während eines Elternabends aneinander. Zunächst wird Freundlichkeit geheuchelt, aber als es um die Kinder geht, fliegen die Fetzen. Schwule Erzieher, entnervte Väter und hysterische Mütter lassen es krachen. Das Lachen bleibt dem Zuschauer bei dieser Komödie von Thomas Zaufke und Peter Lund im Halse stecken.

Als Wiederaufnahmen werden gezeigt: "Elling" ab 9. Dezember (20 Uhr) im Foyer der Mehrzweckhalle Kemnath, "Ox und Esel" ab 21. Dezember (18 Uhr) in der Regionalbibliothek Weiden und "Die Wanze" ab 18. Februar (16.30 Uhr) in der Regionalbibliothek Weiden.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und www.nt-ticket.de

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