06.09.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Lustige Konrader mit drittem Hauptdarsteller für neues Schauspiel Plötzlich Franziskus

"Tempus fugit", hätte der Heilige Franziskus im 13. Jahrhundert wohl gesagt. Viel Zeit hat Maximilian Hegner nämlich nicht mehr, seinen Text für das christliche Schauspiel um den heiligen Bettelmönch zu lernen.

Hoffentlich bleibt er. Hans Hofmann (links) mit seinem nunmehr dritten Franziskus. Maximilian Hegner spielt die Titelrolle Anfang Oktober in der Konradskirche. Noch lernt er fleißig den Text. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Gerade mal noch fünf Wochen, dann fällt der Premierenvorhang für das Theaterspiel, das die Lustigen Konrader in der Konradskirche aufführen werden. Hegner weiß erst seit zwei Wochen, dass er die Hauptrolle spielen wird.

Regisseur und Autor Hans Hofmann könnte sich die Haare raufen. Hegner ist schon der dritte Franziskus in seinem Stück. Ursprünglich war für das Schauspiel "Franziskus - der Suchende, Besessene, Liebende und Bruder Immerfroh", das vom 6. bis 8. Oktober aufgeführt wird, Stefan Neubauer vorgesehen. "Der wusste schon seit zwei Jahren Bescheid", erklärt Hofmann.

Nachfolger sagt ab

Leider habe er aber dann im April aus familiären Gründen das Handtuch geworfen. Nach kurzer Suche sei Stefan Malzer in die Bresche gesprungen. Ein ganz kurzes Gastspiel. Genau zwei Proben lang. "Vor nicht einmal drei Wochen hat mich unser Vorsitzender Heiner Balk angerufen und mir mitgeteilt, dass ich mir einen neuen Franziskus suchen solle."

Malzer wechselte kurzfristig zum "Oberpfälzer Jedermann" nach Tirschenreuth. Hofmann stand wieder ohne Hauptdarsteller da. "Da hab ich gerufen: Franziskus hilf!" Und Franziskus hat geholfen. Vor zwei Wochen hat Maximilian Hegner zugesagt. Der 21-jährige Sohn von Gerhard Hegner studiert in Bayreuth Theater- und Medienwissenschaften. Ein Mann vom Fach. Hegner sagt über die Berufung: "Ich war sehr überrascht." Der 21-Jährige ist trotz seiner jungen Jahre ein alter Hase im Theatergeschäft. Erst kürzlich spielte er in Leuchtenberg den Anton Svensson, den Vater vom Michel aus Lönneberga. Im Märchentheater der Konrader gab er zuletzt in "Schneewittchen" den Prinzen. Beim großen Bruder-Konrad-Spiel 2011 wirkte er noch als Statist mit.

Der neue Franziskus ist dem Plakat-Franziskus wie aus dem Gesicht geschnitten. Fehlt nur noch die Tonsur. Zwei Szenen hat er schon einstudiert. 18 stehen noch aus. "Bei der ersten neuen Leseprobe in der Kirche war er schon mit von der Partie", sagt Hofmann. "Lief schon mal gut." Allerdings verfolgt Hegner die Proben noch mit dem Textbuch in der Hand.

116 Mitwirkende

"Es ist eine große Rolle mit über 150 Einsätzen. Und die müssen erst einmal gelernt sein", meint der Regisseur. Das Problem mit den Umbesetzungen verfolgt Hofmann die gesamte Probenzeit über. "Immer wieder springt einer ab. Will nicht mehr oder wird krank." Bei 116 Mitwirkenden kein Wunder. Schlimm werde es immer, wenn eine Hauptrolle ausfalle. "Wir haben sieben Bläser, 30 im Chor, 40 Theaterspieler und der Rest sind Statisten." Sogar Dekan Johannes Lukas spielt mit. Gleich in drei Rollen: Als Papst, Bruder und Priester. Pfarrvikar Pater Mejo Jose aus Indien gibt einen Sultan. Die Kostüme kommen von den Kapuzinern aus Altötting und von Armen Schulschwestern aus Neunburg vorm Wald. Die haben auch ihr Kommen zugesagt.

"Von unseren Pfarreien bin ich ein bisserl enttäuscht. Ich hätte schon gedacht, dass die geschlossen kommen." In Gruppen vielleicht: KAB und Frauenbund? Aber nichts dergleichen. Weidens Kirchen scheinen wenig Interesse an kirchlichen Themen zu zeigen. "Einzelne Personen kommen schon." Aber die Geschlossenheit fehle halt.

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