06.02.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Michael Fleck berichtet über Tandem-Reise durch Kuba Insel aus einer anderen Zeit

Plötzlich pressierte es: Abenteurer Michael Fleck hatte Kuba eigentlich gar nicht erkunden wollen. Dann kam aber etwas dazwischen - und deshalb berichtet er nun in Weiden von einer Insel, die sich bald verwandeln könnte.

Mit seiner Frau Angela hatte Michael Fleck fünf Wochen lang mit dem Tandem die Karibikinsel Kuba durchquert. Seine Reiseeindrücke zeigte er nun in der Max-Reger-Halle. Bild. Kunz
von Autor UZProfil

Ursprünglich hatte Michael Fleck vorgehabt, mit seinem Südafrika-Programm zu touren. "Die Bilder sind fertig, der Vortrag auch." Allerdings kam ihm dann der ehemalige US-Präsident Barack Obama in die Quere. Mit seiner Annäherungspolitik in Richtung Kuba hatte Obama bei Fleck die wildesten Bedenken ausgelöst: Sollten in der Folge mehr amerikanische Touristen in den Karibikstaat kommen, wäre das Kuba Fidel Castros mit seinem 50er-Jahre-Flair womöglich bald Geschichte?

Deshalb packten Michael und seine Frau Angela Fleck ihr Tandem ein, flogen in die Karibik und radelten kreuz und quer über die Insel. Ihr Fazit: "Okay, Havanna wird wohl schon bald amerikanisiert werden. Aber im Hinterland dauert der Prozess noch Jahrzehnte." Mehr als 200 Zuschauer verfolgten im prall gefüllten Gustav-von-Schlör-Saal den Bildervortrag über die Reise der bekannten Outdoor-Familie Fleck.

Oldtimer und Ochsen

Aufgehübschte Oldtimer, oft aus Ersatzteilmangel mit russischen Motoren ausgestattet, die morbid wirkende Altstadt von Havanna: Eine Reise nach Kuba ist auf den ersten Blick eine Zeitreise in die Vergangenheit. In Havanna taucht man ein in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als die Revolutionäre um Castro und Che Guevara den damaligen Präsidenten Fulgencio Batista in die Wüste jagten. Schön herausgeputzte amerikanische Straßenkreuzer zwischen Ochsenkarren und maroden Gebäuden. Und mittendrin: das Tandem der Flecks, der beiden Deutschen, die sich über die lockere Verkehrsdichte auf Kubas Autobahnen wunderten. Die Wege führten sie abseits des Pauschaltourismus, ohne aber die Highlights der Insel auszublenden.

Seltene Einblicke

Herrliche Bilder und Videosequenzen entführten die Zuschauer in Gegenden, die nur Individualreisende erreichen können. Dabei bekamen die Globetrotter Einblicke ins Leben der Kubaner. Übernachtet und gegessen wurde privat. Die Radtour führte die Flecks zum Vinales-Tal im Westen oder in den äußersten Osten nach Baracoa, der ältesten Stadt der Insel, die von Urwaldlandschaften umgeben ist. Bei flirrender Hitze strampelten sie auch die abenteuerlichste Straße entlang, eine knapp 200 Kilometer lange Piste im Süden, auf der ihnen keine zehn Fahrzeuge am Tag begegneten. Immer wieder auf ihrer Reise trafen sie auf fröhliche Menschen. Sie wurden eingeladen, mit ihnen zu feiern, und ließen im 30 Grad warmen Atlantik die Rumflasche kreisen. Für die Flecks stand eines fest: "Je mehr sich in der globalisierten Welt alle Orte gleichen, desto mehr sticht Kuba mit seiner Einzigartigkeit heraus."

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