Österreicher zum Weihnachtskonzert in der Max-Reger-Halle
Die Paldauerbrenner

Zum Abschluss des Paldauer-Konzerts heizen Dietmar Ganshofer (links) und Erwin Pfunder den 900 Fans mit dem Titelsong ihrer neuen CD "3000 Jahre" noch einmal tüchtig ein. Bilder: Kunz (2)
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
27.12.2016
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Auch Erwin, der Schneemann, erwärmt die Herzen der Zuhörer.

Wieder zweiter Weihnachtsfeiertag. Wieder Max-Reger-Halle. Wieder ausverkauft. Die Paldauer bleiben ihrer Feiertagstradition treu und feiern mit ihren Fans in Weiden Weihnachten.

Intensive Bühnenerfahrung macht sich eben bemerkbar. Ein bisschen flunkern - und die Fans hängen einem an den Lippen. Wenn die Paldauer beim "Silvesterstadl" in Graz auftreten, dann werden sie ihren Fans aus dem Fernseher zuwinken, versprechen sie. "Das gilt dann nur euch hier in Weiden." Er ist halt ein Charmeur, der Franz Griesbacher, Schlagzeuger und Moderator der Band. Ein eloquenter Plauderer, dem man gerne abnehmen möchte, was er beim Auftritt der Paldauer in der Max-Reger-Halle sagt.

Saure Zipfel in der Nacht

Der zweite Weihnachtsfeiertag gehört traditionell der Band. Auch das nächste Jahr ist der Auftritt in Weiden schon wieder gebucht. Bei vielen lag die Eintrittskarte unterm Christbaum. Andere reisten von weit her an. Zum Beispiel mit 20-minütiger Verspätung, aber mit Tickets für die erste Reihe: Eine junge Mutter mit ihren drei Sprösslingen. Die Haare geföhnt. Alle vier schneeweiß gekleidet, in der Uniform ihrer Idole.

Es gibt Leute, die fahren zu jedem Konzert der Österreicher. Ein Ehepaar aus Pirk wiederum richtet seit Jahren ein Mitternachtsessen für die Musiker aus: Traditionell gibt es nach ihrem Auftritt saure Zipfel für die Bandmitglieder im Foyer des "Hotel Admira". Natürlich wird dann auch geschmadert. Man kennt sich ja seit Jahrzehnten, man mag sich. Dass die Paldauer alle Jahre wieder ihr Weihnachtsprogramm in Weiden spielen, liegt wohl daran, dass sie ihre allererste Weihnachtstournee 1998 in der Max-Reger-Halle starteten. Und so etwas vergessen Griesbacher & Co. nicht.

Ihre Einstellung ist konservativ. Unter dem Beifall der 900 Besucher in der vollen Max-Reger-Halle appelliert Griesbacher an die Fans, für christliche Werte und Traditionen einzutreten. So, wie es die Isländer weiland bei der Fußball-EM vorzelebriert hätten: "Seid stolz auf eure Nationalitäten! Und lasst euch eure Kultur nicht rauben! Das seid ihr euren Kindern und Enkeln schuldig." So das Credo. In der St.-Paul's-Kirche in Baltimore hänge ein Spruch von 1692, den Griesbacher jedem seiner Fans als Lebensweisheit an Herz legt: "Strebe danach, glücklich zu sein." Und: "Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast."

Ergreifende "Sterne"

Die Show ist vielfältig. Im ersten Teil lauschen die Besucher einem Medley aus Erfolgstiteln der Paldauer. Präsentiert werden auch Songs von der neuen CD "3000 Jahre", die im Januar auf den Markt kommt. Für alle Paare, die schon länger zusammen sind: "Als du noch ein Geheimnis warst". Für alle anderen: "So groß ist die Liebe". Auch die neuen Songs leben von der Intensität ihrer Texte und geben einen tiefen Einblick in die Persönlichkeiten der Musiker.

Im Gedenken an den Ex-Kastelruther-Spatz Andreas Fulterer erklingt das Lied "Donna Blue". Es bimmeln die "Glocken von Rom". Der zweite Teil ist traditionell weihnachtlich geprägt. Seit geraumer Zeit ersetzt eine Videowand die alpenländische Winterlandschaft. Wieder dabei: Erwin, der Schneemann, mit seiner dicken Frau. "Süßer die Glocken nie klingen" und "Leise rieselt der Schnee." Aus der Feder von Slavko Avsenik stammt der wohl ergreifendste Song aus dem Programm: "Sterne der Heiligen Nacht", neu arrangiert von den Paldauern. Zum Abschluss hält es keinen mehr auf den Plätzen. Viele stürmen zur Bühne. Es wird geschunkelt und getanzt.

Das gilt dann nur euch hier in Weiden.Franz Griesbacher
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