OTH-Studenten und Ukrainer produzieren Dokumentarfilm
"Eine innere Zerrissenheit"

Gemeinsam mit Studenten aus der Ukraine haben junge OTHler einen Dokumentarfilm über Flucht produziert. Zusammen mit Marian Mure und Anna Wiesmeier (von rechts) vom OTH-Sprachenzentrum Mittel- und Osteuropa stellten sie ihn nun vor. Bild: Bühner

Studenten aus der Oberpfalz und der Ukraine drehen gemeinsam einen Dokumentarfilm. Er behandelt ein Thema, das zeitlos ist und keine Grenzen kennt.

(sbü) Die internationalen Verbindungen der OTH Amberg-Weiden zahlen sich einmal mehr aus. Jüngstes Resultat ist ein Dokumentarfilm, den Oberpfälzer Studenten gemeinsam mit Studenten aus Tschernowitz (Tscherniwzi) produziert haben. Die Stadt Tschernowitz liegt im Westen der Ukraine. Mit der dortigen Universität unterhält die OTH seit Jahren Kontakte. Federführend für diese Verbindung ist das Sprachenzentrum Mittel- und Osteuropa der OTH. Dort entstand auch die Idee für das Filmprojekt. Fördermittel des Auswärtigen Amtes und der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" erlaubten schließlich die Umsetzung.

Flucht damals und heute

Nach einiger Planung begann im Oktober schließlich die eigentliche, zweimonatige Arbeit. Unter anderem waren die OTHler dazu auch in die Ukraine gereist. Der Titel des Streifens, der für ein Filmfestival eingereicht werden soll: "Flucht und Heimat: Ukrainische Flüchtlingsgeneration in historischen Dimensionen".

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms stehen Tschernowitz und das Thema Flüchtlinge. Diese Stadt steht für zwei Generationen von Flüchtlingen. Von dort flohen Tausende als Folge des Zweiten Weltkriegs vor der kommunistischen Diktatur, auch nach Deutschland. Man nannte dies damals "Umsiedlung von Volksdeutschen". Andererseits leben in Tschernowitz auch zahlreiche ukrainische Flüchtlinge durch die Umwälzungen in der Ukraine heute. Sie stammen von der Krim und aus den ostukrainischen Regionen um Donezk und Luhansk.

Das ist auch die Ausgangslage für den Streifen. Er zeigt Interviews mit in Deutschland lebenden Zeitzeugen, die vor 75 Jahren aus Tschernowitz geflohen waren. Und Interviews mit heutigen Flüchtlingen aus der Ostukraine. Außerdem zeigt er, wie die seit Generationen in Deutschland integrierten ehemaligen Tschernowitzer ihre alte Heimat und ihr ehemaliges Wohnhaus besuchen. Dagegen sind die ehemaligen Ostukrainer erst einmal froh, in Sicherheit zu leben. Beide Gruppen "vereint eine innere Zerrissenheit, ein Leben lang zwischen zwei Welten zu sein", heißt es im Film.

Trailer im Internet

Das Werk gibt Anlass zu mehrfacher Interpretation. Die Organisatorinnen des Projekts, Marian Mure und Anna Wiesmeier vom OTH-Sprachenzentrum, erläuterten diese. So unter anderem, dass Flucht und Migration zeitlose Phänomene sind. Auch dass dieses Thema nicht nur im aktuellen Kontext des Geschehens im Nahen Osten zu sehen sei. Großes Lob erhielten die Studenten für ihre visuelle Umsetzung.

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Trailer abrufbar unter:

www.facebook.com/FluchtUndHeimat
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