Performancekunst mit Oliver Jung-Kostick beim Kunstverein
Etwas anderer Blick aufs Fest

Licht und Schatten - das ist die Aufgabe. Gut gelöst von Künstler Uwe Müller. Bild: uz

Uwe Müller trifft das Thema "Licht und Schatten" perfekt. Bewegliche Scheinwerfer beleuchten Holzköpfe, die sich an der Rückwand in ständig verändernden Schattenwürfen widerspiegeln. Andere Künstler haben zunächst Probleme mit der Aufgabe, lösen sie aber ebenfalls mit Bravour.

Der "Kunstverein Weiden" hatte am Sonntag zum "Tag der offenen Tür" geladen. Eine jährliche Veranstaltung, die immer wieder zahlreiche Besucher anzieht. Es gab Sitzecken für Kaffee und Kuchen sowie die breitgefächerten Arbeiten von insgesamt 36 Künstlern zu bestaunen. Im Mittelpunkt stand allerdings eine Lesung des Schriftstellers Oliver Jung-Kostick.

Sein Thema: "Nicht aufmachen. Weihnachten steht vor der Tür". Er erzählte unter diesem schönen Titel Schräges. In Lesungen und freier Rede berichtete Jung-Kostick über die dunklen Seiten von Weihnachten, entwickelte mit dem Publikum Strategien zur Entsorgung scheußlicher Geschenke und tat wirklich alles, auf dass der Weihnachtsstress nicht noch mehr Opfer fände.

Bei der Lesung präsentierte der Autor auch sein erstes eigenes Buch "wo der stockzirkel bollt...", das auf einem Reimlexikon von 1826 basiert. Klar, dass diese literarische Ecke sehr gut besucht war. Neben den besonders stark vertretenden Installationen gab es gut durchmischt Malerei und Fotografie zu sehen. Interessant war der Textilbereich.

Weil sich Greenpeace gerne in den Räumen des Kunstvereins wiederfindet, hat auch die Umweltorganisation einen Beitrag geleistet. Eine Reisekoffer, der zu den Brennpunkten der ökologischen und globalen Situation führt. Kai Meckfessel hat seine weißen T-Shirts mit politischen Themen bedruckt. Hier: Einen Werftarbeiter, der sich als Nazi in eine Jüdin verliebte und aus Protest gegen die Rassengesetze beim Führerempfang auf der Werft den Hitlergruß verweigerte. Der Hintergrund der T-Shirt-Aktion: "Der Einzelne hat sehr wohl was zu sagen." Dieses intelligente T-Shirt konnte und kann noch immer erworben werden, teilte Wolfgang Herzer mit. "Damit kann man Meinungsträger werden."

Völlig aus dem modernen Rahmen fiel Manfred Ulrich mit seinen Rembrandt-Kopien. Er stellte den "Mann mit dem Goldhelm" und die "Nachwache", von ihm persönlich nachgemalt aus. Herzer: "Finde ich Klasse."
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