28.04.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Saisonfinale bei Meisterkonzerten: "Cuarteto Casals" hat den Bogen raus

Ein spanisches Streichquartett von Weltgeltung ist das Cuarteto Casals. 1997 wurde es in Madrid gegründet. Seit der Auszeichnung mit jeweils ersten Preisen ist das Quartett regelmäßig in den größten Konzertsälen der Welt zu Gast. Jetzt spielt es beim Förderkreis für Kammermusik.

Das Cuarteto Casals: Abel Tomàs, Vera Martinez, Arnau Tomàs, Jonathan Brown. Bilder: exb (2)
von Peter K. DonhauserProfil

Saisonfinale bei den "Meisterkonzerten": Am Freitag, 5. Mai um 20 Uhr ist das Cuarteto Casals zu Gast in der Max-Reger-Halle mit Mozart KV 458, Brahms op. 67 und dem 3. Quartett von Bartók. Jedes der vier Quartettmitglieder - Abel Tomàs Realp und Vera Martínez Mehner (Violine), Jonathan Brown (Viola) und Arnau Tomas (Violoncello) - hat eine Professur an der Escola Superior de Musica de Catalunya inne und alle sind ebenfalls Gastprofessoren an der Musikhochschule Köln. Die Kulturredaktion sprach mit dem Bratschisten Jonathan Brown.

Herr Brown, Sie und Ihre Kollegen haben sich ausgiebig mit der Frage nach dem optimalen Instrumentarium befasst und interessante Lösungen gefunden.

Jonathan Brown: Wir haben mit klassischen Instrumenten, Darmsaiten und deren niedrigerem Stegdruck experimentiert, mit barocken, klassischen und modernen Bögen. Auf eine bestimmte Epoche spezialisiert wie das Quartett Chiaroscuro sind wir aber nicht. Beim Auftritt zwischen historischen Instrumenten mit tieferer Stimmung und modernen zu wechseln sehen wir nicht als optimale Lösung.

Sehr gut bewährt sich je nach Literatur ein Wechsel zwischen frühklassischen und modernen Tourte-Bögen. Mit den älteren Bögen können wir bei Mozart wunderbar sprechen und zeichnen, mit den anderen bei Brahms singen und Klangflächen malen. Bei Stücken bis Beethovens op. 18 (1800) spielt Abel Tomàs die erste Geige, ab da Vera Martinez die Primaria.

Sie fanden sich 1997 an der Escuela Superior de Música Reina Sofia in Madrid zusammen. Werden wir bei Mozart, Brahms und Bartók "spanischen Dialekt" heraushören?

Spanien hatte keine bedeutende Tradition des Quartettspiels. Wir sehen einen Vorteil darin, dass wir Werke von Grund auf, ohne Vorprägung durch eine übermächtige Tradition erarbeitet haben. Spieltechnisch kommen wir aus der "Russischen Schule", wir studierten aber mit Kollegen wie dem Hagen-, Alban-Berg- und LaSalle-Quartett. Womöglich spielen wir mit mehr "deutscher Gründlichkeit" als manches mitteleuropäische Quartett (lacht)!

Sie rahmen Bartók in B-Dur ein: mit Mozarts "Jagd-Quartett" KV 458 und Brahmsens 3. Quartett Opus 67.

Brahms verneigt sich hier vor dem Kollegen Mozart. Er wählte die gleiche Tonart, verwendet ähnliche Dreiklangsmotive mit Assoziationen zum Thema "Jagd". Auch seine kompositorische Arbeit ist auf höchstem Niveau mit eigenständigen Ideen wie dem Prinzip der "entwickelnden Variation" im Finale plus der abschließenden Erinnerung an die vorangegangenen Sätze.

Bartóks 3. Quartett von 1927 war sein bis da radikalstes: von der Harmonik bis zu der Gestalt mit drei Sätzen in einem einzigen Satz. Welche Spuren hinterließ dieses Quartett in der Musikgeschichte?

Es hinterließ unübersehbare, zum Beispiel in den Quartetten der beiden Györgys: Kurtág und Ligeti. Letzterer sagte: "Ich spreche die Sprache Bartóks, Bartók die von Beethoven", das bezieht sich auf die dichte Verknüpfung der Motive und Themen.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 sowie www.nt-ticket.de und an der Abendkasse.

 

 

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