22.02.2017 - 13:28 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Schauspielweiden" legt neue Produktion kurzfristig auf Eis Neustart verschoben

Die Vorbereitung lief. Ein Ort war gefunden. Und auch Sponsoren standen bereit. Trotzdem wird es vorerst nichts mit dem Neustart von "Schauspielweiden".

Nach dem Tod von Stephan Brunner (rechts) übernahm Jens Zörner (links) das "Schauspielweiden" (im Bild mit Ausstatter Stefan A. Schulz bei der Produktion "Bash"). Vor Zörners erster Produktion gibt es allerdings Probleme: Er musste die für Frühjahr geplanten Aufführungen kurzfristig absagen. Archivbild: Wilck
von Franz Kurz Kontakt Profil

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit: Was Karl Valentin einst formulierte, kann auch als Überschrift für das "Schauspielweiden" herhalten. Kein festes Budget, kein fester Spielort - umso mehr mussten sich die Verantwortlichen abmühen, trotz laienhafter Bedingungen Theater zu bieten, das durchaus professionellen Ansprüchen genügt. Das war unter der Leitung von Stephan Brunner so. Das bekommt nun auch Jens Zörner zu spüren, der nach Brunners Tod im März 2016 die Fäden in die Hand nahm.

Zörner hatte eigentlich ab April zum ersten Mal eine Produktion unter seiner Verantwortung zeigen wollen. Die ist nun abgeblasen. Der Neustart liegt vorerst auf Eis. "Ich bedauere das sehr", erklärt er, das sei auch "eine persönliche Enttäuschung". Grund ist das Geld. Mit "Schauspielweiden" verdiene er einfach kaum etwas. Miete und Sonstiges muss Zörner aber natürlich trotzdem zahlen. Dafür arbeitet er als Sprachlehrer. Bislang habe er seine Kurse zeitlich flexibel einteilen können. Das sei nun nicht mehr möglich, nachdem er kurzfristig den Arbeitgeber habe wechseln müssen. Damit fehle vorerst die Zeit fürs "Schauspielweiden". Zumal er auch nicht einfach so nach Feierabend vor Ort an der Produktion arbeiten kann: Zörner lebt in Potsdam. Der gebürtige Weidener Stephan Brunner hatte ihn einst als Regisseur zum "Schaupielweiden" gebracht.

Die Absage ist für das Theater doppelt bitter. Zum einen, weil sie gleich bei der ersten Produktion mit der neuen Mannschaft kommt. Zum anderen, weil bis auf Zörners Jobwechsel alles gepasst hätte: Das Stück war schon länger ausgewählt - "Bestätigung" des britischen Performers Chris Thorpe. Ein sehr politischer Stoff, in dem es um die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Positionen ging. Auch der Spielort war in trockenen Tüchern: das Atrium im Verlagsgebäude von Oberpfalz-Medien. Laut Zörner ein idealer Platz, weil in einem Verlag "ja auch politische Kommunikation stattfindet".

Als Schauspieler für das Ein-Personen-Stück stand Michael Hase bereit, der in Weiden von älteren Produktionen wie "Das Meeting", "Die Präsidentinnen" oder "Bash" bekannt ist. Die Vorbereitung mit ihm sei schon angelaufen. Und zu guter Letzt stand laut Zörner auch schon die Finanzierung - dank einiger Sponsoren und Unterstützer, die auch dem neuen "Schauspielweiden" unter die Arme gegriffen hätten.

Vorerst bleibt all das noch Konjunktiv. Ganz das Handtuch werfen will Zörner aber nicht. Er hoffe auf einen Termin womöglich in der zweiten Jahreshälfte. Offen sei aber noch, wann genau und ob es noch einmal dasselbe Stück werde. So oder so; Arbeit dürfte der zweite Neustart dann umso mehr machen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.