"Schwanensee"-Ballett in der Max-Reger Halle
Tanz in die Herzen

Körperbeherrschung von den Fingern bis zur Zehenspitze durften die "Schwanensee"-Zuschauer in der Max-Reger-Halle bewunden. Bild: Kunz

Die Musik mag vom Band kommen, die Tänzer sind dafür umso brillanter. "Schwanensee" verzaubert die Besucher in der Max-Reger-Halle.

"Schwanensee": Märchenzauber und Inbegriff des Balletttheaters. Der Schwan ist weiblich und fliegt mit verzehrender Lebendigkeit durch die routinierte Schwanenwelt im dämmrig-mystischen See-Panorama. Am Dienstagabend gastiert das Russische Ballettfestival Moskau mit dem weltberühmten Klassiker in der Max-Reger-Halle.

Erzählt bekommen die 600 Besucher die dramatische Geschichte um den Prinzen Siegfried und Odette. Nach einleitender Ouvertüre erwachen wunderschöne Ballerinen und sehnige Tänzer kreiselnd zu tänzerischem Leben. Wirbelig fährt der Hofnarr dazwischen und löst die Strenge auf. Ein bravouröser Einsatz und große Ausdruckspräsenz gleich zum Auftakt.

Der "Schwanensee" ist zusammen mit dem "Nussknacker" geradezu prädestiniert für eine Aufführung über die Weihnachtstage. Die Inszenierung strahlt durch ihre detailreich gestalteten Kostüme, was dem Moskauer Gastspiel beinahe musealen Charakter gibt. Auch was die Kulisse angeht, eine gepfefferte Opulenz-Version. Gleichwohl lieben die Menschen diese Ausstattung.

Technisch glanzvoll

Die Musik kommt nicht aus dem Orchestergraben, sondern vom Band, was den Flügelschlag der Schwäne aber nicht behindert. Die Klänge von Peter Tschaikowsky sind Grundpfeiler für äußerst spannungsvolle Pas de deux, bei denen die beiden Protagonisten Roman Mironov und Natalia Suprun als Siegfried und Odette ihre technische Brillanz und Ausdrucksintensität entfalten können. Auch die Tänze der Solisten und Paare mit wechselnden Partnern untermauern das effektreiche Werk.

Wäre der "Schwanensee" nicht mit der Weihe einer klassischen Aufführung bedacht, man könnte bei aller Zurückhaltung getrost von einer gigantischen Show sprechen. Der Schwerelosigkeit enthoben, tanzen sich die zarten Schwanen-Damen und ihr Prinz zu magischen Melodien tief hinein in die Herzen des Publikums.

Das 30-köpfige Ensemble begeistert die großen und kleinen Fans des anspruchsvollen, klassischen Tanztheaters mit diesem wohl populärsten Ballettstücks um die Geburtstagsparty des Prinzen und die Präsentation eines Schwanentheaters am See durch Baron Rotbart, wo sich Siegfried in das Schwanenmädchen Odette verliebt. Ihrer Liebe stehen Intrigen im Weg.

Gut und Böse

Tschaikowsky hat den musikalischen Rahmen geschaffen. Das Libretto stammt aus der Feder von Lew Iwanow und Marius Petipa. Es geht um die märchenhafte Darstellung von Gut und Böse, verkörpert durch Siegfried und Odette auf der einen und den furchtbaren Baron von Rotbart (Rinat Bikmuchamelov) auf der anderen Seite. Für die prachtvolle Inszenierung und Schwanensee-Fassung gibt es tosenden Applaus.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.