01.02.2018 - 12:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

The "Whiskey Foundation" im "Salute" Rothenstadt Kraft und Wehmut

Lange Bass- oder Drum-Einleitungen. Finstere Gesichter. Melancholie, Geheimnisse, Gefühle. Die "Whiskey Foundation" rückt mit ihren selbst geschriebenen Songs auch gefühlsmäßig ganz nahe ans Publikum im "Salute".

von Autor gagProfil

Auftakt zu diesem hemmungslosen Konzert war die Band "The Strayin Sparrows" aus Regensburg mit psychedelischem Blues und Alternative Rock. Die vier Musiker Marius Weber, Benjamin Hoffmeister, Florian und Matthias Beck waren mit dem "Himmelsschiff" gelandet, ihrer neuen Scheibe "Skyship". Der Titelsong schlug heftig ein beim Publikum. Besonders die verträumt spaceige Instrumental-Phase im Mittelteil kam an, ebenso wie das lange Gitarrensolo am Ende des fast sieben Minuten langen Stücks. Wilder Bluesrock tönte bei "Bangkok Roulette" ins Publikum. "Ghost of my Dreams" brüllte Sänger Benjamin ekstatisch in Mikrofon.

Wuchtig, dramatisch setzte sich danach "The Whiskey Foundation" in Szene. Boogie, Rock, Blues - es dauerte nicht lange bis die Tanzfläche voll war. Ein ganzes Arsenal an Blues Harps lag bereit, sich den Zuhörern unter die Haut zu jaulen. Dazu die ausdrucksstarke Stimme und der stets etwas leidende Blick von Murat Kaydirma. Von "Liars", Lügnern, sangen sie, auch von "Unspoken Dreams", authentisch und glaubhaft.

Zu ihrem Titel "Smoking" zündeten sich Sänger Kaydirma und Pascal Fischer (Gitarre) eine Zigarette an, um sie genüsslich während des Songs zu rauchen. Zwischendurch reichten sie eine Whiskeyflasche herum, ihrem Namen gerecht werdend. "Waterman" fetzte wild, ebenso "Riding" oder "Do you like huggin'" mit Blues-Harp-Finale. Ja, das Publikum liebte es.

Ziemlich bald durchgeschwitzt bis aufs Hemd, aber mit ungebrochenem Elan gab "The Whiskey Foundation" alles. Lässig, melodiös oder wehmütig. Heißer Rock zu heißen Temperaturen im Saal, beinahe "Südstaaten-Flair". Man fühlte sich oft zurück versetzt in die Rockära der 70er Jahre. Wilde Kerle mit langen Haaren, harter Beat, wuchtiger Blues. Erinnerungen an "Procol Harum", "Deep Purple" oder "The Doors" kamen hoch. Ihr neues Album heißt "Blues and Bliss", Weltschmerz und Glückseligkeit. Schwere bis schwermütige Aura verbreitend, zwei Extreme aus dem Leben, trotzdem hoffnungsvoll.

Musikalisches Zentrum auf der Bühne war ohne Zweifel der geniale Pianist Julian Frohwein. Auf zwei Manualen spielend legte er den Rhythmus vor. Genial sein langes Solo in "Free my mind", wo sich Publikum und Musiker in eine Trance aus Tönen fallen ließen. Eine fast psychedelische Stimmung waberte durch den Raum.

Gekonnt und mitreißend die Soli der Rhythmus-Sektion. Janis Gursky drosch mit ungebändigtem Zorn auf seine Drums ein, Franz Klein beherrschte seinen Bass perfekt. Die Jungs gaben richtig Gas. Ohne Pause spielte "The Whiskey Foundation" zwei volle Stunden ihr Programm durch. Frenetisch forderten die Fans Zugaben und ließen auch am Merger-Stand viele CDs signieren.

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