Tier-Therapeut Manfred Weindl stellt Buch vor
Pferdebalsam für die Seele

Erst gibt Manfred Weindl Tipps für den Umgang mit Pferden, dann Autogramme. Bild: hll

"Pferde spüren die seelische Befindlichkeit", sagt Manfred Weindl. Der Ausdruck in seiner Stimme verrät, dass dies nicht nur eine Floskel ist. Denn mit solchen Befindlichkeiten kennt sich der Verhaltenstherapeut für Pferde und Buchautor aus. Musste er doch zuerst so einige schwarzbewölkte Phasen seines Lebens überwinden, um schließlich seine Berufung zu finden. Die des Pferdeflüsterers.

In der Buchhandlung Stangl und Taubald stellte Weindl sein aktuelles Buch vor: "Girly: Wie mich mein Pferd heilte - und wie ich heute Pferde heile". Und dieser Heilungsprozess, sein eigener, bestimmt auch den ersten, mitunter recht ernsten Teil der Veranstaltung. Mit bemerkenswerter Offenheit erzählt der ehemalige Polizeibeamte aus Niederbayern von seinem Weg in die Depression, das Klammern an den Alkohol auf der Suche nach Linderung der nächtlichen Panikattacken. So lange, "bis mein Selbstbewusstsein so hoch wie ein Teppichrand war".

In der Hochphase seiner Erkrankung habe er sich dann spontan seine Stute Girly gekauft - "ich hab nix gewusst, außer wie man Pferd schreibt". Aber ganz so unverhofft sei der plötzliche Impuls dann wohl doch nicht gewesen, "denn meine Liebe zu Pferden war mir schon in die Wiege gelegt". Und so erzählt der Niederbayer im heimischen Dialekt, der viel von dem Charme seiner Geschichten ausmacht, aus der Kinderzeit und einem Pony, das er unbedingt bei einer Tombola gewinnen wollte und dann doch nicht bekam. Doch als er sich endlich seinen Wunsch erfüllt hatte, sei da jemand gewesen, "der mich braucht und fordert". Und somit habe ihm sein Pferd geholfen, die Depression zu vertreiben. Und schnell hat sich natürlich auch seine besondere Stärke gezeigt - Pferde verstehen zu können. Schon dem Polizisten Weindl sei gegen Ende seiner Dienstzeit klar geworden: "Sensibilität ist keine Schwäche."

Heute ist Weindl ein vielbeschäftigter Tier-Therapeut, und somit hat er so einige Anekdoten auf Lager. Wie etwa die von dem Pferd mit eigenem Briefkasten, damit dessen Besitzerin, wenn sie auf Reisen geht, ihrem Gaul auch eine Karte nach Hause schreiben kann. Den Pferde-Fans rät er: "Ihr müsst in der Pferdearbeit authentisch und ehrlich sein. Seid ihr selbst."
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