30.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Tito & Tarantula" begeistern im "Salute" - Vorher Arzttermin: Konzert steht auf Messers ... Ohne Blut geht es dann doch nicht

Wer "Tito & Tarantula" kennt, hat sie wahrscheinlich im Film "From Dusk Till Dawn" erlebt: Dort spielen sie in einer Bar namens "Titty Twister", verwandeln sich in Vampire und sind die einzigen Nicht-Menschen, die das blutige Schlachtfest überleben. Dieser Filmauftritt und der dazugehörige Soundtrack bescherten der Band Kultstatus. Und nun rockten Tito Larriva und seine Mitstreiter im mehr als gut gefüllten Zelt vor dem "Salute".

Angeführt von der "Rampensau" Tito Larriva lieferte die Band nicht nur harte Klänge.
von Autor LSTProfil

Dabei präsentierte sich die Band vor den über 250 Zuhörern volksnah, bescheiden, offen und immer zu Späßen bereit. Trockener Wüstenrock traf auf erhabene Popmusik, aber auch Blues-Elemente und psychedelische 70er Jahre Anleihen kamen nicht zu kurz - mal wieder ein Konzert der Extraklasse im "Salute", das bis Dienstagabend noch auf des Messers Schneide gestanden war.

Tito zum Ultraschall

Denn im Vorfeld ging es dann doch nicht ganz unblutig zu. Titos Tourmanagerin teilte den "Salute"-Machern Dieter Held und Thomas Bauer mit, dass bei Tito eine Blutung festgestellt worden sei, und sie nur in die Oberpfalz kommen können, wenn Tito am Mittwochnachmittag von einem Arzt untersucht werden würde. Gesagt, getan - wobei es für Held am Mittwoch alles andere als einfach war, einen Arzt zu finden. Schließlich schlugen "Tito & Tarantula" vor dem Soundcheck in Weiden auf. Der 61-Jährige wurde von Dr. Günter Opel, der als kleines Dankeschön am Abend freien Eintritt für den Gig im "Salute" bekam, per Ultraschall durchgecheckt, eine kleine Magenblutung festgestellt. Diese hinderte Larriva aber nicht daran, am Abend eines der besten Konzerte im Rockmusikclub seit Jahren hinzulegen. Was aber auch nicht verwunderte, zeigte Tito Larriva doch schon beim Weidener Zelt-Festival 2000 sein außergewöhnliches Können.

Dass der Mexikaner, der mit seiner Band derzeit bei der "ShutUP"-Tour in ganz Europa unterwegs ist, zu den besten seines Faches gehört, wurde nach nur wenigen Sekunden deutlich. Der Mariachi hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz. Das Ensemble brillierte im "Salute" mit solidem Mexiko-Metal, hart und heiß, wobei das auf die junge Dame am Bass vollkommen zutraf. Lässig und mit geschlossenen Augen stand sie auf der Bühne und ließ den Kopf zur Musik wippen, während sie ihrem Instrument grollende Klänge entlockte.

Es stellte sich heraus, dass es sich bei der Musikerin um die Tochter des Frontmanns handelt, Lolita Carroll Larriva. Zusammen mit Markus Pread (Lead-Gitarre, Gesang) und Schlagzeuger Victor Ziolkowski legte sie mit ihrem Vater einen zweistündigen Auftritt auf die Bühne, bei dem man von Titos leicht angeschlagener Gesundheit überhaupt nichts spürte.

Den Ruhm für seine Hits strich Larriva an diesem Abend im "Salute" nicht alleine für sich ein, sondern teilte ihn mit seinen Zuhörern, die er dafür zu sich auf die Bühne holte bis schließlich, die Grenze zwischen Band und Publikum aufgehoben, eine ganze Meute tanzend auf der Bühne stand. Klar, dass die "Tarantuals" so erst nach vier Zugaben von der Bühne durften. (Hintergrund)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp