15.05.2017 - 17:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Von A bis M beim Kunstverein Facettenreicher Blick in die DNA

Von abstrakt bis konkret, von Acryl bis Öl, von geheimnisvoll bis offensichtlich: Kunst ist vielfältig und facettenreich. Einen Ausschnitt dieser Attribute gibt es bis zum 2. Juli beim Kunstverein in Weiden zu sehen.

Abwechslungsreiche Kunst steht im Mittelpunkt der neuen Ausstellung beim Kunstverein: Rund 40 Künstler des BBK präsentieren ihre Werke. Bild: stg
von Holger Stiegler (STG)Profil

Unter dem Titel "Von A bis Zett - Teil 1" werden Werke von etwa 40 Künstlern gezeigt, die im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Niederbayern/Oberpfalz organisiert sind. Zahlreiche Interessierte - darunter auch viele der ausstellenden Künstler - können die beiden Vorsitzenden Wolfgang Herzer (Kunstverein) und Ludwig Bäuml (BBK) bei der Vernissage zu den Buchstaben A bis M" am Freitag begrüßen.

"Vielleicht wundern Sie sich über die Form der Ausstellung, in der Abgrenzungs-Leisten, alphabetische Markierungen und die Zufälligkeit der Anordnung und Bilder-Folge gleichwertig neben den eigentlichen Exponaten ins Auge stechen", betont Herzer in seiner Eröffnungsrede. Er habe mit dieser Ausstellung vor der Aufgabe gestanden, das Wesen des BBK zu präsentieren, also dessen Künstler als Künstlergemeinschaft in einer spezifischen Zusammengehörigkeit, die dem einzelnen übergeordnet sei.

Riesiges Potenzial

Seine Lösung liege nun darin, durch das Arrangement der Ausstellung den Kern-Begriff der Kunst, die schöpferische Fruchtbarkeit, zur Anschauung zu bringen. "Dabei soll es an das Bild vom Schaltplan einer DNA erinnern, das die einzelnen Ausstellungs-Elemente als riesiges Potenzial einer bildnerischen Erbgutkombinatorik darstellt und die BBK-Mitglieder als kulturelle Erb-Gut-Trägerinnen auszeichnet", erklärt Herzer.

Er führt aus, dass es im Grunde genommen im Leben so viele visuelle Ausflüsse des Künstlerischen gebe, dass man vor lauter Bäumen den Wald, sprich die Kunst, nicht mehr sehe. Im Allgemeinen erkenne man gerade noch das Bild an der Büro-Zimmer-Wand, das Fresko in der Kirche, die Skulptur auf dem Marktplatz und etikettiere dies mit dem Begriff Kunst.

Aber darüber hinaus habe man wenig Bewusstsein davon, dass auch all die unendlich vielen Betriebs-Dinge, welche die Gesellschaft benutzt, vom Dach überm Kopf bis zum Bleistiftspitzer, vom Bild auf dem Computer-Desktop bis zum Fußabstreifer, ein Aussehen haben, eine Form, eine Farbe, die nicht Mutter Natur ihren Menschenkindern schenkt, sondern das Künstlerische, die Kunst: "Überall stoßen wir auf Gestaltung, auf angewandte und freie Kunst." Zu sehen sind in Weiden Arbeiten unter anderem von Alois Achatz, Rayk Amelang, Wilfried Anthofer, Gisela Conrad, Barbara Gufler, Renate Haimerl-Brosch, Rose Heuberger, Annegret Hoch, Georg Hornung, Helmut und Ruthild Langhammer, Stefan Link, Maria Maier und Günter Mauermann.

Demnächst von N bis Z

"Seit 2014", betont Herzer, "führt der Kunstverein Weiden eine Ausstellungsreihe mit dem Titel 'Institutionen des Kunstbetriebs' durch, um dem Publikum den ganzen Betrieb der miteinander verbundenen und interagierenden künstlerischen Wert-Bestimmungs-Faktoren anschaulich zu machen. Dabei soll auch das Publikum selber animiert werden, seine Rolle als Dialog-Partner, Nutzer, Animateur, Kritiker, Förderer und Teil eines Apparates zu reflektieren."

Aktuell richtet sich der Fokus auf den BBK, im ersten Teil der Ausstellung werden Werke von Künstlern von A bis M gezeigt. Geplant ist für Januar oder Februar die Eröffnung des 2. Teils, der dann die Künstler mit den Anfangsbuchstaben von N bis Z umfasst.

Service

Die Ausstellung im Kunstverein (Ledererstraße 6) dauert noch bis Sonntag, 2. Juli. Sie ist geöffnet sonntags von 14 Uhr bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung (0961/46308) sowie - nach Absprache im Café "Neues Linda" - Donnerstag bis Samstag von 20 Uhr bis 23 Uhr.

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Weitere Informationen:

www.kunstvereinweiden.de

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