07.09.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vortrag über neuen Pilgerweg im Heiligen Land Auf Abrahams Spuren

Ein Stuhl bleibt leer. Ausgerechnet der des Referenten. Elias Awad reiste zwar mit gültigem Visum nach Deutschland ein, wurde aber sofort wieder ausgewiesen.

Weil der Referent des Abends am Flughafen abgewiesen wird, springt Reinhold Then für ihn ein und informiert die Besucher über den neuen Abrahamspfad, der erst vor wenigen Monaten im Heiligen Land neu ausgeschildert wurde. Elias Awad ist per Video live zugeschaltet. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Elias Awad aus Betlehem wollte eigentlich am Mittwoch den Masar Ibrahim Al Khali, den Abrahamspfad, vorstellen, der die Reise Abrahams vor 4000 Jahren nachzeichnet. Awad ist griechisch-katholischer Christ und hat den Weg persönlich mit ausgezeichnet. Nach Informationen der Redaktion wurde er trotz eines gültigen Geschäftsvisums am Flughafen postwendend zurückgeschickt.

Seinen Part übernahm, wie schon an den beiden Vortagen, an denen ebenfalls Vorträge in Deutschland geplant waren, Reinhold Then, Leiter der bibelpastoralen Arbeitsstelle und erfahrener Reiseleiter in Ländern der Bibel. Der ursprünglich vorgesehene Referent wurde per Live-Video zugeschaltet und erläuterte den biblischen Kulturwanderweg über eine Leinwand im Pfarrheim St. Johannes. Dazu eingeladen hatte die Katholische Erwachsenenbildung.

Der neue Wanderweg läuft durch Palästina. Bilder zeigten die einzelnen Etappen der 350 Kilometer langen Strecke. Die Tagesetappen wurden auf 35 Kilometer ausgelegt. Deutlich wurde die unwirtliche, zugleich aber wunderschöne Region und deren Artenreichtum. Abraham gilt als "Freund Gottes" und ist für seine Gastfreundschaft bekannt. Diese Tradition ist bis heute im Nahen Osten und weltweit lebendig. Der historisch angelegte Wander- und Pilgerweg versteht sich als kultureller roter Faden, der die Menschheit zusammenhält. Er soll daran erinnern, dass die menschlichen und religiösen Gemeinsamkeiten trotz aller Unterschiede überwiegen.

Aktuell ist die Route auf weiten Strecken inzwischen sicher ausgezeichnet. In einigen Abschnitten steht ein virtueller Pfad zur Verfügung. Die Strecke folgt den kulturellen Spuren Abrahams und dient als globale Plattform für eine Erlebnispädagogik im Nahen Osten. Wo die Route rekonstruiert werden musste, steht der virtuelle Pfad zur Verfügung, der als interaktives Tool die örtlichen Initiativen und Veranstalter für alle zugänglich macht. In seinem Kern ist der Kulturwanderweg ein Symbol der Hoffnung. Er ist ein Ort der Gastfreundschaft, des Kennenlernens und der Begegnung. Während der Reise erleben die Wanderer die verschiedenen Landschaften der Region. Die unterschiedlichen Ökosysteme entlang des Pfades besitzen eine große Artenvielfalt.

Der Weg stellt aber auch Ansprüche an die Kondition. Reisende sind also nicht aus reinem Luxus auf die Gastfreundschaft der Einheimischen angewiesen. Vielmehr brauchen sie deren Wegkenntnis und Herberge. Nicht so sehr aus kommerziellen Gründen, sondern aus der zeitlosen Tradition Abrahams gilt es als moralische Verpflichtung, sich sowohl auf seiten des Gastgebers als auch von seiten des Gastes aufeinander einzulassen. An einem Ort, an dem die natürliche Umgebung unwirtlich sein kann, haben Reisende so auch heute die Gelegenheit, das Geschenk der Gastfreundschaft zu erleben.

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