17.05.2018 - 18:00 Uhr
Oberpfalz

Weidener Meisterkonzerte gehen in die 58. Saison "Konzerte auf Weltstadtniveau"

Der Förderkreis für Kammermusik möchte den Oberpfälzer Kammermusik-Begeisterten "Konzerte auf Weltstadtniveau" bieten. Inzwischen in der 58. Saison holt der Verein Musiker nach Weiden, die Werke von Barock bis zur zeitgenössischen Musik präsentieren.

Das "Quator Arod" gastiert am 16. November in der Weidener Max-Reger-Halle. Bild: Marco Borggreve/exb
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

Die neue Saison eröffnet Alexander Melnikow . Der 45-jährige russische Pianist spielt am Sonntag, 21. Oktober, auf drei verschiedenen Flügeln - zwei davon sind restaurierte, historische Flügel. "Unsere Ohren sind daran gewöhnt, jegliche Art von Klaviermusik auf einem Steinway-Flügel zu hören", sagt Roth. "Diese Art Flügel gibt es jedoch erst seit dem 20. Jahrhundert." Frühere Instrumente klangen anders. Genau diesen Klang hätten Komponisten im Ohr gehabt, als sie ihre Klavierstücke schufen. Alexander Melnikow bringt sie in die Max-Reger-Halle. Nicht ohne logistischen Aufwand: Die beiden Flügel werden von einem Spezialtransporter nach Weiden gebracht. Ein Klaviertechniker reist eigens an.

"Es ist erstaunlich, wie viel durchsichtiger die Musik wird, der Klang perlt anders, wenn er die Steinway-Schwere verliert", schwärmt Roth. Melnikow spielt Schuberts Wanderer-Fantasie auf einem Flügel von Graff, Chopins Etüden op. 10 sowie Liszts Don Giovanni Paraphrasen auf einem Flügel von Érard und Strawinskys Petruschka auf dem Steinway.

Das "Quatuor Arod" , vier junge Franzosen, zeigen mit ihrem unkonventionellen Spiel am Freitag, 16. November, wie mitreißend und lebendig klassische Kammermusik sein kann. "Die vier jungen Musiker begeisterten mich schon beim ARD-Wettbewerb im Jahr 2016, den sie dann tatsächlich gewannen. Besonders faszinierte mich, wie sich das Quartett beim Musizieren immer weiter in die Tiefe grub", so Roth. Die Musiker präsentieren Haydns Quartett op. 76/6, den langsamen Satz für Streichquartett von Anton Webern und das zweite Streichquartett von Alexander Zemlinsky.

Das "Philharmonia Quartett Berlin" spielt regelmäßig Konzerte im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, ist zu Gast bei renommierten Konzertreihen rund um den Globus - und am Sonntag, 20. Januar, in Weiden. Schon 2006 gastierte das Streichquartett bei den Weidener Meisterkonzerten, damals erklang Beethoven. Im Januar bringen sie Mozarts Streichquartett in G-Dur KV 387, Dmitri Schostakowitschs drittes Quartett op. 73 und Maurice Ravels Streichquartett mit.

Am Freitag, 22. Februar, ist das "Trio Zimmermann" zu Gast beim Förderkreis für Kammermusik. Frank Peter Zimmermann an der Geige, Antoine Tamestit an der Bratsche und Christian Poltéra am Cello spielen das 12-tönige Streichtrio op. 45 von Arnold Schönberg und Bachs Goldbergvariationen. "Weil das Trio zu den virtuosesten Formationen der Welt gehört, hat es dementsprechend lange gedauert, bis wir einen Termin bekommen konnten", sagt Roth. Eine weitere Besonderheit: Alle drei Streicher spielen Stradivaris.

Piotr Anderszewksi gehört zu den prominentesten Pianisten seiner Generation, konzertierte unter anderem mit den Berliner Philharmonikern, dem London und dem Chicago Symphony Orchestra. Am Freitag, 10. Mai, ist er zu Gast bei den Meisterkonzerten. "Er ist ein Perfektionist, der so lange an seinen Werken feilt, dass er sich noch nicht auf ein Programm festlegen wollte - Stücke von Johann Sebastian Bach und Leos Janacek werden dabei sein", kündigt Harald Roth an.

Auch der "Jugend im Meisterkonzert" will der Förderkreis eine Plattform bieten: Am Sonntag, 4. November, musiziert das "Orchester M18" unter der Leitung von Julian Steger zusammen mit dem Kammerchor "Das Vokalprojekt". Sie spielen Mozarts letztes Werk, das Requiem d-Moll KV 626 in St. Michael.

Als "Highlight aller Highlights" kündigt Roth das Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Herbert Blomstedt an - ebenfalls ein Sonderkonzert. "Blomstedt dirigiert nur noch Werke, die ihm wirklich am Herzen liegen - und so bringt er, neben Werken von Jan Sibelius und Felix Mendelssohn, auch ein Intermezzo von Wilhelm Stenhammar mit", so der künstlerische Leiter. Der schwedische Spätromantiker ist in Europa weitgehend unbekannt, Blomstedt möchte seine Musik nach Deutschland bringen.

Vor jedem Konzert, so empfiehlt Schriftführer Christoph Skutella, lohne sich ein Blick auf die Facebook-Seite der Meisterkonzerte: "Rund eine Woche vor den Konzerten gibt Harald Roth im Video eine Einführung zu Künstlern und Werken. Als kleine Einstimmung für zu Hause."

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Karten ab Dienstag, 22. Mai, beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter % 0961/85550, 09621/306230 oder 09661/87290 sowie www.nt-ticket.de

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