Wie geht es weiter?
Sündikat sucht neues Zuhause

Die Truppe um Lukas Höllerer (Vierter von links) und Lino Molter (Fünfter von links) hat gut lachen. Ihr Konzept ging in den vergangenen beiden Jahren voll auf. Auch 2017 will das "Sündikat" wieder gute Live-Musik nach Weiden holen. Bild: hfz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
09.01.2017
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Im vergangenen Jahr ließ sich Lukas Höllerer nicht stressen. "Obwohl wir auch erst im Mai erfahren haben, dass wir im Josefshaus unterkommen", erzählt er. "Heuer ist es irgendwie anders", gibt er zu. "Die Leute erwarten, dass es weitergeht. Wir haben eine gewisse Verpflichtung."

Und das macht ihn ein bisschen hibbelig. Denn wo das "Sündikat" 2017 seinen Liveclub öffnet, steht noch in den Sternen. Der junge Kulturverein kann keine horrenden Mieten zahlen und hofft, von Oktober bis Ende Dezember wieder in leerstehenden Räumen, vorzugsweise in der Innenstadt, unterzukommen. 2015 diente eine ehemalige Metzgerei auf der Allee als Pop-up-Club, 2016 zog das "Sündikat" in die früheren Büroräume des Josefshauses.

Ein guter Ort

"Ein Höllenschuppen", blickt Höllerer schmunzelnd zurück. "Wir waren sehr glücklich mit diesem Ort." Harald Rippl habe immer ein offenes Ohr gehabt und sei ganz unkompliziert gewesen. "Ihr wollt Konzerte machen? Führt euch gscheit auf", habe er der Truppe mit auf den Weg gegeben.

Nicht nur Rippl begeisterte sich für das Konzept des "Sündikats", sondern auch das Publikum. Die zehn Konzerte, eine Lesung und zum Abschluss eine "Open Stage" kamen gut an. Alle Veranstaltungen waren entweder komplett oder so gut wie ausverkauft.

Einen besonderen Höhepunkt wollen Höllerer und sein Kollege Lino Molter gar nicht nennen. "Jeder Abend war ein Highlight", sind sich die beiden einig. Zu den Stammgästen hätten sich viele neue Gesichter gesellt. "Wir sind hochzufrieden." Die Rechnung, etwas für die Kulturarbeit in Weiden zu leisten und dabei auf Qualität Wert zu legen, scheint aufgegangenen zu sein.

Die verschiedenen Bands und Interpreten hätten sowohl junge Leute als auch etwas ältere Semester angelockt. "Wir wollen alle ansprechen, auch diejenigen, die anfangen, sich fürs Weggehen zu interessieren", erklärte Höllerer. "Deshalb habe ich mich über eine Gruppe von Oberstuflern aus dem ,Augustinus' besonders gefreut. Die sind immer wieder gekommen." Auch die Besucherzahlen überzeugten. "Die waren 2016 vierstellig."

Große Ansprüche an die neuen Räume stellt das "Sündikat" nicht. Genügend Platz für eine Bühne und die Besucher stehen ganz oben auf der Wunschliste. "Wir können keine großartige Gastronomie anbieten. Es wird wieder Getränke aus Flaschen geben", erklärt Höllerer. Wo auch immer.

Konzerte im "Capitol"?

Wer über künftige, leerstehende Räume nachdenkt, landet mit seinen Überlegungen unweigerlich beim "Capitol"-Kino. Lukas Höllerer ist nicht abgeneigt. "Warum nicht? Eine Nachfrage wäre dies allemal wert."

Lösung auf ZeitDer Kulturverein "Sündikat" finanziert seine Konzerte durch den Eintritt und den Verkauf von Getränken. Das funktioniert gut. Doch für eine teuere Miete von passenden Räumen reicht es nicht. "Deshalb sind wir von Jahr zu Jahr auf der Suche nach einer neuen Location", erklärt Lukas Höllerer. "Natürlich würde wir auch etwas zahlen, aber unser Konzept ist es, all das eingenommene Geld wieder in die Musik zu stecken." Auch das Josefshaus war ebenso wie die ehemalige Metzgerei nur eine Lösung auf Zeit. Für 2017 ist das "Sündikat" noch auf der Suche. Die engagierte Truppe benötigt von Oktober bis Dezember eine neue Bleibe für ihre Konzerte. (mic)


Wir wollen alle ansprechen, auch diejenigen, die anfangen, sich fürs Weggehen zu interessieren.
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