5. Jäger-Event im Autohaus Geuss zum Thema "Beute in Besitz bringen" - Zugang zur Hundeseele ...
Hunde fordern - nicht überfordern

"Jagen ohne Hund ist Schund." Dabei entscheidet das Zusammenspiel zwischen Jäger und Vierläufer, wie effektiv der Reviergang verläuft. Hier stoßen manche Jagdführer schnell an ihre Grenzen. Das Aufspüren von Niederwild, die Standruhe beim Hochwerden von Hase & Co, lassen viele Hundeführer innerlich verzweifeln.

Tipps vom Hundetrainer

Die Arbeit muss trainiert werden und bedarf neben einer guten Hundenase Finderwillen und Ausdauer des Hundes. Zum Thema "In Besitz bringen von Beute" informierte das 5. Jagd-Event im Autohaus Geuss.

Als Referenten begrüßte am Mittwoch Hausherr Jürgen Geuß und sein Team sowie Christian Lange von Land-Rover den Hundetrainer, Autor und Jäger Anton Fichtelmeier, der mitunter auch sehr emotional gehaltene Tipps gab. Zunächst erläuterte er die Möglichkeiten des Hundeeinsatzes bei der Jagd.

Rassetypische Eigenheiten des Tieres müsse der Jäger akzeptieren. Das Zusammenspiel Mensch und Hund beim "in Besitz bringen von Beute" beginne mit Kontakthalten über "bei Fuß gehen" vor dem Schuss. Nach dem Aufstöbern des Wildes und nach dem Schuss folge die Riemenarbeit oder das Führen am Stück.
Es gilt dabei die Stimmungsübertragung und Nachahmung, die Triebförderung über Hasenspur, den Wildkontakt und die Nachsuche zu verwirklichen und den Instinkt zu fördern. Ein erzeugtes Auslöseverhalten münde dabei in Automatismen, über die sich Hund und Herrchen freuen. Zur Beute führen Gesund-, Wund-, Schwimm- und Flugspur, Schleppe, Bodenverletzung wie beispielsweise ein Fahrzeug, Geruchspartikel durch Fährtenleger, Fährtenschuh (zu Übungszwecken) sowie Verweispunkte in Form von Schweiß getupft, gespritzt oder getropft.

"So wie Zeitungsleser die Artikel suchen, die sie interessieren, lesen Hunde die Spuren, die sie spannend finden", betonte Anton Fichtelmeier.

Ebenso sollte der Vierbeiner das Abfangen des Stückes nach erfolgreicher Hetze und Stellen sowie den Apport oder das Verweisen beherrschen, das dann auch belohnt werden müsse. Anzeigeverhalten seien Lautgeben, Vorstehen, Vorliegen, Zurückkommen und Hinführen. Das Zusammenspiel könne mittels Reizangel geübt werden. Fichtelmeier sprach sich aber gegen das Training an lebenden Enten aus. Eine parallele Ausbildung zum Rettungs- und Jagdhund gestalte sich schwierig.

Lernen durch Arbeit

Es sei viel Arbeit nötig, um einen guten Fährtenhund auszubilden. Bereits im Alter von sieben Monate könne mit der Ausbildung begonnen werden. Gleichzeitig mahnte der Hundetrainer die Herrchen zu Geduld: "Wir sollten unsere Hunde nicht mehr abfordern als sie entsprechend ihrer Möglichkeiten leisten können, aber auch nicht mehr als wir bereit sind, uns selbst abzufordern. Wer dazu ausschließlich mit Motivation und Belohnung arbeitet, zeigt, dass er seinen Hund tatsächlich als Jagdkameraden annehme und erhalte somit einen wirklich tiefen Zugang zu dessen Seele. Sein Hund werde ihn mit echter Zuneigung belohnen."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.