___ Die Bestandsaufnahme ___

In Bezug auf die Gleichstrompassagen gibt es laut Peter Zahn Fakten, an denen man nach aktuellem Stand nicht vorbeikommt. Das ist in erster Linie das Bundesbedarfsplangesetz vom Juli 2013. In dem steht, dass ein Stromkorridor Nr. 5 von Lauchstädt in Sachsen-Anhalt nach Meitingen bei Augsburg führen wird. Mit der energiewirtschaftlichen Notwendigkeit wird dessen vordringlicher Bedarf begründet. Eine Erdverkabelung ist dort nicht vorgesehen.

"Weitere Festlegungen gibt es zurzeit nicht", sagt Zahn. Der Trassenverlauf oder der Ausbaustandard seien also völlig offen, womöglich sogar der Endpunkt der Trasse, der aber eigentlich kaum verschiebbar sei, weil dort eine Konverterstation mit 15 Hektar Flächenbedarf stehen müsse.

Aus seiner Sicht sind allerdings die Daten, auf denen das Gesetz basiert, unzureichend und nicht transparent. "Die Netzbetreiber behaupten, dass diese Stromautobahn notwendig ist", sagt Zahn. Sie gingen dabei allerdings davon aus, dass das zentralistische Energieversorgungssystem bestehen bleiben solle, und nähmen einen steigenden Stromverbrauch an.

Nicht berücksichtigt seien dagegen die Auswirkungen von Stromsparbemühungen, der dezentrale Ausbau von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie, die Optimierung bestehender Leitungen oder ein intelligenteres Lastmanagement. Oder kurz: "Es wurde nicht geprüft, ob nach erfolgreicher Umsetzung der Energiewende auf neue Stromtrassen verzichtet werden kann." Somit sei der Bedarf für diese und andere Gleichstrom-Übertragungstrassen nicht wirklich nachgewiesen. Der Bund Naturschutz lehne deren Bau deshalb ab, sagt Zahn. (ll)
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