19.03.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ab Herbst 120 neue Arbeitsplätze in Philatelie-Verwaltung - Stiegler: Seit Januar nochmals ... Freude über den ganz großen Post-Wurf

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Jetzt geht die Post ab. Am Mittwoch gab's grünes Licht für den Baustart. Am Donnerstagvormittag vermaßen zwei Experten das Gelände. Und schon in der nächsten Woche sollen die Bagger anrollen. "Im Oktober oder November", so Post-Pressesprecher Erwin Nier, ist das Philatelie-Verwaltungszentrum im Industriegebiet West III bezugsfertig. Und 120 Beschäftigte ziehen ein.

Na also, geht doch. Aber einfach war's nicht. Die Entscheidung der Post AG, die Zentralverwaltung von Frankfurt in die Max-Reger-Stadt zu verlegen, stand zwar schon lange. Doch sie wackelte in den letzten Monaten plötzlich wieder gewaltig. "Seit Januar habe ich nochmals massiv kämpfen müssen", berichtet MdB Ludwig Stiegler. Probleme bereitete vor allem der Personalrat in Frankfurt. Kein Wunder: "Der Beschluss bedeutet schließlich die Auflösung der Einrichtung dort." Und jetzt eine weitere Aufwertung für Weiden. Denn damit wäre das dicke Philatelie-Paket mit dem "modernsten Versandzentrum Europas" (Nier) komplett: Die Max-Reger-Stadt ist endgültig nicht nur die erste Adresse für Briefmarkenkunden - sondern bundesweit auch die einzige.

Wer hätte das gedacht, damals, in den Gründertagen? Wohl noch nicht mal MdB Franz Zebisch. Und seinem Einsatz war der Start der Philatelie in der Max-Reger-Stadt immerhin maßgeblich zu verdanken. Stiegler nennt's "einen Akt der Zonenrandförderung", dass es Zebisch (mit Schützenhilfe Herbert Wehners) gelang, die in Regensburg geplante "Briefmarken-Versandstelle" nach Weiden zu lotsen. Im September 1980 nahm sie ihren Betrieb auf - als Abteilung am Postamt und "kleine Schwester" der Zentren Berlin und Frankfurt. Gerade mal 21 Postler betreuten 21 000 Abonnenten. Die Zahl der Beschäftigten hat sich bis heute verzehnfacht.

Bereits Ende November segnete der Bauauschuss die Pläne für das Verwaltungsgebäude ab, am Mittwoch gab Post-Vorstand Dr. Hans Dieter Petram den lang ersehnten Startschuss zu den Arbeiten am dreigeschossigen Komplex. Direkt neben dem Versandzentrum wird er hochgezogen. Die Kosten? Nier will "weder dementieren noch bestätigen", dass sie im zweistelligen Millionenbereich liegen. "Man muss auch sehen, dass mit dem Bau eine konzeptionelle Neugestaltung einhergeht. Das sind enorme Entwicklungskosten."

Auch Neueinstellungen

Auf einer Nutzfläche von 2500 Quadratmetern werden sich unter anderem "Customer Care Center" (Kundenbetreuung), Vertriebsagentur und die eigentliche Verwaltung breitmachen. Die später 120 Beschäftigen rekrutierten sich laut Nier aus "internen Ressourcen" (teils von den Briefzentren Amberg und Bayreuth sowie aus Frankfurt), der Pressesprecher kündigt aber auch "einen gewissen Anteil" an Neueinstellungen ein.

MdB Stiegler, der mit dem Post-Vorstand seit Jahren "ständig in Kontakt" ist, würdigt die Leistung der Mitstreiter und Helfer bei dem Projekt, von OB Hans Schröpf bis zu Peter Unger. Und er freut sich, dass sich mit dem Standort nach 24 Jahren ein Kreis schließt: Das Philatelie-Mekka liegt an der Franz-Zebisch-Straße.

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