12.03.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Agentur für Arbeit wird Service-Center - Freude über 80 Arbeitsplätze - Fünf Azubis Weiden zusätzlicher Standort

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Wenn die Entscheidung spätestens bis Mitte April auch offiziell gefallen ist, will Karlheinz Winter "ein Fass aufmachen". Bis dahin bleibt bei dem Gewerkschaftssekretär ebenso wie beim stellvertretenden Bezirksvorsitzenden von "ver.di", Oskar Salfetter, eine Rest-Skepsis. Doch Eberhard Einsiedler wischte mit einem machtvollen Wort alle Bedenken beiseite. Nach einer Personalversammlung der Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt) stellte der Vorsitzende des Hauptpersonalrats bei der Bundesagentur am Donnerstag klipp und klar fest: "Weiden wird Standort eines Service-Centers."

Eines von nur sechs in Bayern. In einer ersten Vorlage war die Max-Reger-Stadt noch nicht vorgesehen gewesen. Doch mit Salfetter und MdB Ludwig Stiegler, so Winter, habe man alle Hebel in Bewegung gesetzt. Ergebnis: Die Zahl der geplanten Service-Center wurde um eines erhöht. Für Weiden sind damit immerhin 80 Arbeitsplätze verbunden. Derzeit zählt die Agentur 250 Beschäftigte. Auch Ängste, Weiden würde seine Selbstständigkeit verlieren, wischte Einsiedler vom Tisch. "Das war für mich immer eine Phantom-Diskussion." Schon geographisch mache das doch keinen Sinn. Weiter erfreulich: Zum 1. September werden fünf Auszubildende (bisher zwei) eingestellt.

Roland Krämer, Personalrat und Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe, zeigte sich sehr zufrieden. Auch weil Einsiedler Befürchtungen der Beschäftigten ausgeräumt habe, das Service-Center sei nur so etwas wie ein Call-Center. Nein, es geht um absolut qualifizierte Arbeitsplätze vorwiegend für den mittleren Dienst.

Am Telefon soll sich künftig also viel abspielen. 70 Prozent aller Vorgänge, das zeigte ein Modellprojekt in Annaberg-Buchholz, konnten auf diese Art und Weise abgewickelt werden. Damit bleibt für tatsächliche Problemlösungen mehr Zeit. In der Frühe aufs Amt gehen, sich falsch anstellen und nach Stunden langem Warten wieder heim geschickt zu werden, dieses Szenario soll auf jeden Fall der Vergangenheit angehören. Innerhalb eines Jahres soll der Betrieb laufen. Da ist Einsiedler Optimist. Auch wenn die Umstellung in England zehn Jahre gedauert hat.

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