24.03.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Als Ludwig Stiegler noch schüchtern und romantisch war

von Redaktion OnetzProfil

Ganz schön stürmisch. Schon nach einer Woche sei Birgit Göbel bei ihrer Jugendliebe Ludwig Stiegler eingezogen. Das schreibt zumindest der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe ("Personalien", S. 208). "Da wird sie sich aufregen, wenn sie das liest", kennt Stiegler seine Frau inzwischen gut genug. Die Meldung sei eben "typisch Spiegel": "halb Dichtung und halb Wahrheit".

Eigentlich war es nämlich Ludwig Stiegler, der als Gymnasiast bis über beide Ohren in Klassenkameradin Birgit verliebt war: er, der Arbeiterbub aus Vilshofen, in die Tochter des Betriebsarztes der Luitpoldhütte. Man war zwar gut befreundet, traf sich in der Schule, dem humanistischen Gymnasium in Amberg, und auf Partys - es waren immerhin die wilden 60er. Aber gestanden hat er ihr die heimliche Verehrung nie. Ein "schüchterner und romantischer Jüngling" sei er damals gewesen, versichert Stiegler glaubhaft.

Nach der Schulzeit zog es den Genossen in die Politik. Die Schulfreundin studierte Literaturwissenschaften, war im Verlagswesen und später bei der Rhein-Zeitung als Journalistin tätig. Dort sah man sich nach fast 40 Jahren wieder. Im Sommer 2002 plante die Zeitung ein Redaktionsgespräch mit dem damaligen Fraktionschef. "Den kenn' ich", meinte Birgit Göbel bei der Redaktionssitzung. Sie organisierte den Termin und rief bei Anna Regler im Weidener Stiegler-Büro an. "Als ich ,Birgit' hörte, hat's schon geblitzt", erinnert sich Stiegler.

Am 23. August 2002 besuchte er die Redaktion in Koblenz. "Nach einer Stunde war ich im alten Zustand. Wieder entflammt." Der Weidener musste sich allerdings monatelang ins Zeug legen, um davon auch Birgit Göbel zu überzeugen. "Ich habe mich gut ein Dreivierteljahr anständig bewerben müssen", sagt Stiegler. Im April 2003 haben die beiden geheiratet und pendeln seither zwischen Weiden und Berlin. Ihre Redakteursstelle hat seine Frau aufgegeben.

Zumindest an dieser Stelle ist die "Spiegel"-Geschichte wieder wahr. Der Chefredakteur der Rhein-Zeitung, Martin Lohmann, hatte vom passionierten Raucher Stiegler eine Zigarre eingefordert: "Wenn er mir schon die guten Leute wegnimmt, kann er mir wenigstens eine Zigarre schenken." Die hat Lohmann nun bekommen, vom Kanzler selbst.

Birgit Göbel-Stiegler betreut weiterhin ehrenamtlich die Geschäftsstelle der Deutschen Exlibris-Gesellschaft - jetzt von Berlin aus. Zudem arbeitet sie an einer einjährigen Weiterbildung zur Drehbuchautorin.

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