26.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Annaberg-Buchholz feiert ihre große Tochter "Dunkle Byre und Fresserey"

Mehr als 20 Jahre nach ihrer Gründung ist die Partnerschaft zwischen Weiden und Annaberg-Buchholz quicklebendig. Auch der Weidener Städtepartnerschaftsverein pflegt die Verbindung und besuchte erstmals zur Sommerzeit die Partnerstadt. Zum Jubiläum "500 Jahre Barbara Uthmann" am Wochenende reisten rund 30 "Städtepartner" nach Annaberg-Buchholz.

Klöppler aus ganz Europa, unter anderem aus den Niederlanden und Tschechien, zeigten ihr Können mit den Fäden an den Klöppelsäcken.
von Redaktion OnetzProfil

"Wir rufen das Volk aus allen vier Winden von nah und fern, sich zum großen Spektakulum auf dem Markte und in der Stadt einzufinden", lautete die Überschrift für das große Jubiläum. Der "Barbara-Uthmann-Brunnen" auf dem Markt weist ebenso wie die "Klöppelschule Barbara Uthmann" auf Leben und Werk dieser bedeutenden Montanunternehmerin und Bortenverlegerin hin.

Im 16. Jahrhundert beschäftigte sie bis zu 900 Bortenwirkerinnen und Klöpplerinnen und trug den Namen der erzgebirgischen Stadt im größten Klöppelgebiet Deutschlands in die Welt hinaus. Das Jubiläumsprogramm ließ bei den Besuchern keine Langeweile aufkommen. Mittelalterlicher Markt, europäisches Nachtwächtertreffen, eine Wappengasse, Flugträumer und Feuerkünstler verzückten die Gäste. Zudem bestaunten sie die Straße der über hundert Klöpplerinnen und Klöppler sowie ein Feuerwerksspektakel zur Musik von "Highland Cathedral".

Historischer Hochzeitszug

Auf sieben Bühnen stellten Schauspieler die Begebenheiten aus dem Leben und der Zeit der Barbara Uthmann dar. "Ehrbare Handwerker und Handelsleute sowie merkwürdige Krämer boten allerley nützliches zum guten Gebrauche. Dunkle Byre, Met und Fresserey vom Feinsten gabs."

Höhepunkt war aber die Vermählung und der Hochzeitszug von Christoph Uthmann und Barbara von Elterlein vom Markt zur Sankt-Annen-Kirche: Spielleute und Ratsherren, Gaukler und Mägde, Narren und das Volk von Annaberg in historischen Trachten begleiteten den Hochzeitszug.

Der Hofnarr weinte eine Träne und seufzte: "Hoffentlich sagen sie 'Ja'". Und zum Volk von Annaberg und den Gästen aus nah und fern: "Saufet und fresset, handelt auf dem Markt." Die Nachtwächter bereiteten gegen Mitternacht dem Treiben ein Ende.

Mehr als 20 Jahre nach ihrer Gründung ist die Partnerschaft zwischen Weiden und Annaberg-Buchholz quicklebendig. Zum Jubiläum „500 Jahre Barbara Uthmann“ hat eine Delegation die Partner besucht. Bilder von Karin Wilck.

Neben dem Programm trafen sich die Oberbürgermeisterin von Annaberg-Buchholz, Barbara Klepsch, der mitfeiernde OB Kurt Seggewiß, Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz und die Städtepartnerschafts-Delegation im "Kartoffelkeller" des Hotels "Wilder Mann" zum Abendessen. In launigen Begrüßungen und Beiträgen wiesen Klepsch, Seggewiß und Strehl auf die Bedeutung der Partnerschaft und ihre Pflege hin.

"Nächstes Jahr feiern wir 25 Jahre Partnerschaft", erinnerte Seggewiß. Und seine Kollegin Klepsch sagte, dass der Partnerschaftsverein immer gern gesehen sei. Am Sonntag fuhr die Reisegruppe des Weidener Partnerschaftsvereins weiter zum Barockschloss Moritzburg und nach Dresden.

Im Mittelpunkt der Städtetour stand das Dresdner Residenzschloss. Neben den verschiedenen Museen im Residenzschloss beeindruckte vor allem der Blick vom Hausmannsturm über die Dächer der Residenz Dresden. Auf der Rückfahrt machte die Gruppe in Töpen - von 1952 bis 1966 Grenzübergangsstelle nach Westberlin und in die DDR - Station und so mancher Besucher erinnerte sich an die Zeit der deutschen Teilung.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/annaberg2014

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