Auf Stadtratsliste zu gute Plätze für Quereinsteiger - Leistungsträger benachteiligt
Schlicht kehrt CSU den Rücken

Drei Wochen hat er mit sich gerungen. Am Wochenende fiel dann die Entscheidung. Nach 29-jähriger Mitgliedschaft kehrt Rechtsanwalt Bernhard Schlicht der CSU den Rücken. Entscheidend war die für ihn enttäuschend verlaufene Aufstellung der Stadtratskandidaten-Liste. In einem Schreiben an Bundeswahlkreis-Geschäftsführer Wolfgang Pausch teilte er mit, dass er "unter den gegebenen Umständen keine weitere Perspektive sehe".

Gegenüber dem "Neuen Tag" verwies Schlicht darauf, dass er nicht mehr für die CSU in Weiden tätig ist. Damit braucht die Mittelstandsunion einen neuen Vorsitzenden und der CSU-Ortsverband Stadtmitte einen neuen "Vize".

Schlicht mag absolut nicht nachvollziehen, weshalb bislang politisch nicht tätige Quereinsteiger deutlich besser platziert werden, als jemand, der seit 29 Jahren CSU-Mitglied ist und davon 27 Jahre als Leistungsträger Aufgaben in der Partei übernommen hat. Der Rechtsanwalt war neben seinem Engagement bei der Mittelstandsunion unter anderem zwei Jahre Ortsvorsitzender und 22 Jahre Stellvertreter. Ferner verweist er darauf, dass er Vorsitzender des TB Weidens sei, eines Großvereins mit fast 1600 Mitgliedern.

Fehlende Absprache

Die Quereinsteiger, deren Platzierungen ihm ein Dorn im Auge sind, nennt er mit Namen: Karl-Heinz Beer (Platz 12), Barbara Zwick-Ströll (17) und Kurt Haas (21). Er selbst, so Schlicht, sei in einer Vorstandssitzung per Bild an der Leinwand damit konfrontiert worden, dass für ihn Listenplatz 23 vorgesehen sei. Der Rechtsanwalt bemängelt die fehlende Absprache. Sein Kompromissvorschlag, dass er zumindest auf Platz 19 im Stadtratswahlkampf mitmachen würde, sei vom Wahlausschuss nicht ernsthaft diskutiert worden. Daraufhin verzichtete er auf eine Kandidatur. Schlicht gibt zu bedenken, dass man mit Quereinsteigern wie Maria Luise Deyerling und Silvia Heining im Nachhinein keine guten Erfahrungen gemacht habe.

Schlicht schreibt weiter, dass von vielen CSU-Leistungsträgern über deren Platzierung ein "Murren" unüberhörbar gewesen sei. Viele von ihnen seien erst im Bereich zwischen Platz 18 und Platz 35 platziert. Er befürchtet, dass man viele verprellt hat.

Pausch enttäuscht

Wolfgang Pausch zeigte sich enttäuscht und bedauerte den Austritt von Schlicht zutiefst. Er könne den Schritt nicht nachvollziehen, werde ihn aber respektieren.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.